Dietikon-Urdorf unterliegt Horgen in der NLB mit 25:30
Dank seiner Moral geht der HCDU in Horgen nicht unter. Spielerisch waren die Limmattaler chancenlos. Auch sieben 2-Minuten-Strafen gegen die Gastgeber in der ersten Halbzeit konnten sie nicht nutzen, um wenigstens an der Überraschung zu schnuppern.
VON RAPHAEL BIERMAYR Horgen und Dietikon-Urdorf sind zwar in derselben Liga – spielerisch gesehen liegen zwischen diesen Teams allerdings Welten. Dass die Mannschaften an der Spitze mit denen am Ende der Tabelle nicht viel gemeinsam haben, ist bekannt. Wie sich der Unterschied auf dem Spielfeld darstellt, vermag jedoch stets aufs Neue zu verblüffen.
DIE PARTIE GESTERN ABEND war ein Beispiel dafür. Die drittplatzierten «Seebuben» kassierten in der ersten Halbzeit sieben (!) 2-Minuten-Strafen, die abstiegsbedrohten Gäste aus dem Limmattal keine einzige. Die Bilanz auf der Anzeigetafel war dennoch ernüchternd: Horgen gewann den ersten Durchgang mit 16:11 und erzielte sechs Unterzahltore, eines davon gar mit zwei Mann weniger. Der HCDU brachte es trotz zeitweise zwei Minuten doppelter Überzahl auf gerade einmal drei Treffer bei ungleichem Spielerbestand.
DIE LIMMATTALER MACHTEN das Beste aus ihrer Situation, die wegen der ferienbedingten Absenz von Topskorer Daniel Imhof von Beginn weg wenig aussichtsreich war. Mit individuellem Sondereffort (der nominelle Kreisläufer Marcel Scheurer erzielte seine Tore auch aus dem Rückraum oder gar von der Flügelposition) und dem starken Torhütergespann Carlo Filippi/Josip Katicic hielt sich der Rückstand in Grenzen.
GEFäHRDEN KONNTEN SIE den Sieg der Gastgeber nie. Als die Horgner zwischen der 44. und 46. Minute fast zwei Minuten mit zwei Mann mehr agieren konnten, machten sie mit drei Toren den Sack endgültig zu (24:16) und steuerten in Richtung einer Demütigung, die durch ein «Goaliegoal» von Dominique Anderes noch unterstrichen wurde. Doch den Gefallen des Aufgebens tat ihnen der HCDU nicht. Die Moral stimmte und damit auch der Einsatz. In der Schlussphase nutzten die Gäste den grosszügigen Platz für Resultatkosmetik. Sie markierten von der 55. bis zur 60. Minute fünf Tore en suite zum 29:25. Den Schlusspunkt zum 30:25 setzte mit dem überragenden Fabian Schwitter wieder ein Horgner – bezeichnenderweise in doppelter Unterzahl. Zufrieden war Schwitter allerdings keineswegs, er sprach von «einer eher unterdurchschnittlichen Leistung» seines Teams.
ZU ALLEM ÜBERFLUSS aus Sicht des HCDU gewannen gestern mit Dagmersellen und Stans gleich zwei direkte Kontrahenten im Abstiegskampf jeweils überraschend. Damit die Limmattaler nicht auf einem Abstiegsplatz ins neue Jahr müssen, sind aus den letzten Partien vor dem Jahreswechsel gegen Winterthur und insbesondere Dagmersellen Punkte gefordert. Horgen - Dietikon-Urdorf 30:25 (16:11) Waldegg
– 200 Zuschauer – SR: Baggenstos, Lütolf.
Horgen: Sigrist, Anderes (ab 31./1!); Graf, Portmann, L. Reiser (5/2), Schwitter (5), Stapfer (2), Kuhn (6), C. Reiser (6/1), Peci (2), Rosano (1), Kaufmann, Mackintosh, Pietsch (2).
Dietikon-Urdorf: Filippi, Katicic (ab 31.); Affentranger (9/2), Baumgartner (2), Jenni (1), Scheurer (5), Wiederkehr (1), Rüegg (2), Schoenholzer (3), Albrecht, Polozani, Barben (2), Romer.
Torfolge: 1:0, 1:1, 3:1, 4:3, 7:3 (11.), 10:7, 14:8, 16:11 / 16:12, 20:16, 24:16 (46.), 26:19, 29:20 (55.), 29:25 (60.), 30:25.
Strafen: 12 x 2 Minuten inklusive Disqualifikation (L. Reiser/60.) gegen Horgen – 3 x 2 Minuten gegen Dietikon-Urdorf.
Bemerkungen: Dietikon-Urdorf ohne Imhof (Ferien) – Filippi hält Siebenmeter von Kuhn (3,) – Sigrist halt Siebenmeter von Affentranger (17.) und Polozani (24.).
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