Montag, 16. Februar 2009

Da hilft auch «Rocky» nichts mehr

In der Nationalliga B geht der HC Dietikon-Urdorf auch gegen Stans ein – 19:31 und schwindende Hoffnungen auf den Ligaerhalt
Der erneute Abstieg der Handballer in die 1. Liga kreist ab sofort wie ein Schreckgespenst über dem Limmattal. Auch gestern Nachmittag gelang es dem verunsicherten Team nicht, etwas fürs Selbstvertrauen zu tun. Wer kann da noch helfen?
VON RUEDI BURKART AUS STANS «Wenn jeder meiner Spieler ähnlich geladen ist wie ich . . .» HCDU-Coach Stephan Höhn sagte den Satz nicht zu Ende. Doch sein Gesichtsausdruck vor dem Anpfiff des kapitalen Auswärtsspiels bei Aufsteiger Stans sagte alles aus. Um das Team für den Tanz am Strich heiss zu machen, ass man zusammen zu Mittag und schaute sich ein paar Szenen aus den «Rocky»-Filmen an. Allein, genützt hatten auch diese Massnahmen herzlich wenig. Dietikon-Urdorf verlor gestern zum 12. Mal in dieser Saison und kann sich langsam aber sicher mit dem Gedanken einer Saison 2009/10 in den Niederungen der 1. Liga vertraut machen.
DAS ERNEUTE DEBAKEL für den Limmattaler Handball zeichnete sich schon früh ab. Erschreckend lust- und kraftlos ergaben sich die HCDU-Spieler in ihr Schicksal, welches nach 20 Spielminuten (!) bereits besiegelt war. Stans-Goalie Mirko Herceg warf den Ball übers halbe Spielfeld, Flügelspieler Driton Sokolaj sagte artig danke und erzielte ungestört das 10:3. Nur einer gewissen Nonchalance der Gastgeber war es zuzuschreiben, dass der HCDU bei Halbzeit erst 13 Gegentore kassiert hatte. Offensiv ging bei den Limmattalern wenig bis gar nichts. Von den Flügeln kamen keine brauchbaren Bälle, man vertraute nur auf die beiden Shooter Imhof und Affentranger. Doch diese beiden gehören seit Wochen zu den Sorgenkindern der Mannschaft. Gestern gaben sie sich immerhin Mühe . . . IN HALBZEIT 2 setzte der in allen Belangen überlegene BSV Stans zum Schaulaufen an und machte mit zwei Treffern gleich nach dem Wiederanpfiff alles klar – 15:5 nach 32 Minuten. Dann zeigten sich die Nidwalder als nette Gastgeber und liessen es gut sein. Sie taten nicht mehr als nötig, um die wichtigen Punkte im Abstiegskampf zu holen. Und ermöglichten es den Limmattalern, das eine oder andere Tor zu erzielen. Bemerkenswert: Vor Wochenfrist ärgerte sich Coach Höhn unter anderem darüber, dass sein Team bei der Heimniederlage gegen Lyss die erste und einzige Zweiminutenstrafe in der viertletzten Spielminute kassierte und warf ihr zu Recht mangelnden Einsatz vor. Gestern sah Flügelspieler Marius Wiederkehr nach 49 Minuten und der dritten Strafe Rot . . . EINES IST SPäTESTENS seit gestern klar: Will der HCDU den Ligaerhalt mit aller Konsequenz zu schaffen versuchen, muss ein Ruck durch die Mannschaft. Welche Massnahmen zu treffen sind und ob man gar einen Trainerwechsel für die restlichen sechs Spiele anstrebt, wollte Vereinspräsident Martin Romer gestern nicht sagen. Er stand sinnbildlich nach dem Schlusspfiff vor der Halle, und es bliess ihm ein eisiger Wind ins Gesicht. «Wir werden sehen», sagte er nur und blickte den tanzenden Schneeflocken zu. Morgen trifft sich die sportliche Führung zu einer Bestandesaufnahme. Man darf gespannt sein. EIN BLICK auf das restliche Meisterschaftsprogramm des HC Dietikon-Urdorf lässt einen im Hinblick auf die delikate Tabellenlage leer schlucken. Der Reihe nach müssen die Limmattaler gegen die favorisierten Endingen, Biel, Altdorf und Schaffhausen ran. In den letzten beiden Partien der Saison kommts zum Showdown gegen Steffisburg (daheim) und Grauholz (auswärts).
Stans - Dietikon-Urdorf 31:19 (13:5) Sporthalle Eichli - 280 Zuschauer - SR: Nauer, Wipf. Stans: Forny, Herceg; Mohenski, Sidler (1), Niederberger (1). Lenz, Stöckli (4/1), Dossenbach (2), Solokaj (6), Heinimann (2), Patrik Frei (4), Ramon Frei (3/1), Scheuteri (3), Studer (5). Dietikon-Urdorf: Filippi, Kilchenmann; Tiefenauer (2), Imhof (2), Affentranger (4/1), Rüegg, Wiederkehr (1), Anderegg, Baumgartner (2), Grendelmeier, Albrecht (4), Schoenholzer (1), Galli, Polozani (3/2). Torfolge: 2:0, 2:1, 4:1, 5:2, 7:2, 7:3, 10:3, 10:5, 13:5 / 15:5, 18:7, 19:8, 21:11, 23:12, 23:13, 25:15, 26:16, 28:18, 30:19, 31:19. Strafen: 2 x 2 Minuten gegen Stans - 6 x 2 Minuten (inkl. Disqualifikation Wiederkehr) gegen Dietikon-Urdorf. Bemerkungen: Dietikon-Urdorf ohne Jenni, Katicic und Wüthrich (alle verletzt) - Filippi hält Siebenmeter (37./17:7).

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