Montag, 9. Februar 2009

Gemeinsam erst durch und dann aus dem Dreck

HC Dietikon-Urdorf Heute geht in Urdorf der NLB-Abstiegskampf weiter
Mit unkonventionellen Methoden bereiteten sich die Handballer während der letzten sieben Wochen auf den Überlebenskampf vor. Heute kommt Lyss um 16 Uhr in die Zentrumshalle.
RUEDI BURKART
Nach der «gefühlten Niederlage» zum Jahresschluss beim 24:24 in Dagmersellen (der HCDU lag bis 21 Sekunden vor Schluss in Führung) sind sieben Wochen vergangen. Sieben Wochen, in welcher die Meisterschaft in den beiden obersten Ligen pausiert hatte. Und sieben Wochen, in welchen sich der HC Dietikon-Urdorf mit dem Trainerduo Sascha Schoenholzer/Stephan Höhn an der Spitze auf den Abstiegskampf vorbereitete.
«Wir haben bewusst nur zwei Spiele absolviert und vor allem an der Physis gearbeitet», so Schoenholzer. Zu den Spielen: Gegen NLA-Klub BSV Bern Muri gabs eine 24:49-Niederlage, gegen Liga-Konkurrent Steffisburg einen 32:26-Sieg. Zur Physis: Der neu eingerichtete, vereinseigene Kraftraum (LiZ vom 23. Januar) wurde schon mehrmals in Beschlag genommen. «Es ist ein richtiger Rocky-Keller», windet Schoenholzer den Verantwortlichen ein Kränzchen. Mit Postern des «Italian Stallion» an den Wänden und – so hält sich hartnäckig das Gerücht – rohen Eiern im Kühlschrank.
Morgens um fünf mussten die Handballer zwar nicht durchs menschenleere Dietikon rennen. Aber jeweils dreimal pro Woche abends vor den Hallentrainings. Bei Minusgraden gings raus. Eine Runde durch den Dreck und dann zurück in die warme Halle. «Man kann geteilter Meinung darüber sein, ob dies sinnvoll war», so Schoenholzer, «Fakt ist allerdings, dass die Mannschaft dadurch noch näher zusammengerückt ist.»
Und dies ist mit Blick auf die Tabelle auch bitter nötig. Die Limmattaler starten nicht bei Null ins neue Jahr, sondern bei Minus.
Im Kader hat sich die längst bekannte Vakanz ergeben mit dem Rücktritt von Kreisläufer Marcel Scheurer. Er, einer der Besten des Landes seines Fachs, wird eine grosse Lücke hinterlassen. Ob seine Nachfolger Oliver Anderegg (21) und Philipp Albrecht (23) in die Bresche springen können? Man wird sehen. Anderegg kam in der laufenden Saison wegen einer langwierigen Schulterverletzung noch überhaupt nicht zum Einsatz. Zur Not könnten auch Marius Wiederkehr (23) oder Schoenholzer (34) selbst einspringen.
Zum heutigen Gegner, dem Tabellenzweiten PSG Lyss. Die Berner Seeländer haben unlängst bekannt gegeben, dass sie nicht aufsteigen wollen. Man wird sehen, wie motiviert sie heute im Limmattal antreten. Das letzte Spiel im vergangenen Jahr haben sie daheim gegen Steffisburg mit 35:39 verloren.
LiZ-Tipp: 29:28

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