Sonntag, 30. August 2009

Espoirs: Der Auftritt in St. Gallen war wie das Wetter - mal Licht, mal Schatten

Und begonnen hats ganz dunkel. Bereits bekannt war, dass Julia, Yasmine und Lorena nicht dabeisein könnten, am Sonntagmorgen musste aber Andrea krankheitshalber zusätzlich passen. Zum Glück wurden die Espoirs unterstützt von Ayten und Yvonne aus dem F2. Aufgrund der Abwesenheiten sank das Durchschnittsalter schon fast auf das einer FU18 Frauschaft.

Im ersten Spiel gegen die Zweitligisten aus Sissach war ebenfalls noch kaum Licht auszumachen. Etwas gar harmlos agierten die Espoirs, die ihrem Namen in dieser Phase keine Ehre machten. Es war eher zum verzweifeln, die Gedanken der meisten Spielerinnen schienen noch in den Daunenkissen zu hängen. Entsprechend war das Resultat nicht ganz schmeichelhaft. Wenn die vier Holztreffer im Tor gelandet wären, hätte das Skore anders ausgesehen - da Pfosten und Latte aber Sissacher zu sein schienen gabs ein bitteres 0:8 zum Start. Die Erklärung ist schnell gefunden: Der Aufbau war mit im Schnitt knapp unter 16 Jahren der deutlich jüngste aller Teams, mit eingerechnet die Teams des gleichzeitigen FU19 Turnieres. Der HCDU vermochte einfach körperlich nicht mit den wesentlich routinierter agierenden Sissacherinnen mitzuhalten.

Das Team war sich trotz deutlicher Unterlegeneheit dennoch einig, dass das eher eine dürftige Leistung war und eher "Despoirs" entsprochen hatte. Im zweiten Spiel wollten die Juniorinnen des HCDU Vendetta für die gebotene Leistung. Gegen den BSC Goldach wär das auch dringelegen. Mittlerweile war zwar der Geist willig, aber das Fleisch noch schwach. Dennoch wars eine um Welten bessere Leistung als noch im Spiel zuvor. Martina als Erbin der Position von Andrea auf Rückraum Mitte machte eine gute Falle, ebenso der Rest des Teams. Bitter war aber, dass die Goldacherinnen vor allem auf der Torhüterposition übermächtig besetzt waren. Viermal scheiterten die Zürcherinnen alleine vor dem Goalie, hinzu kamen zwei Holztreffer und eine Menge gegnerischer Gegenstösse. So lautete denn das Resultat ein weiteres Mal 0:8 aus Sicht der Espoirs. Aber immerhin: da war ein Licht am Ende des Tunnels.

Und der HCDU ging ins Licht. Das Team war äusserlich nicht verändert, aber im Match um 12:30 schienen endlich auch die Muskeln mitzuspielen. In einem sehr spannenden Spiel, das stets auf der Kippe zu liegen schien, schafften die Espoirs mit einer geschlossen sehr guten Leistung von Marcella im Tor bis zu Ayten am Kreis eine 3:0 Führung gegen Wil. Die Wilerinnen hatten Mühe gegen die aggressive Vertedigung der Zürcherinnen. Diese ihrerseits zeigten Doppelkreuzen und Sperren/Lösen vom Feinsten. Dass es dennoch eine 5:6 Niederlage absetzte lag vor allem daran, dass ein Gegenstoss der Zürcherinnen zehn Sekunden vor Schluss von den Ostschweizerinnen abgefangen und für den HCDU zum Bumerang wurde. Vier Sekunden vor dem Ende realisierte Wil den Siegtreffer, wobei der HCDU durchaus die Change gehabt hätte, das Spiel für sich zu entscheiden.

Und noch eine Niederlage gab es gegen Brühl mit 5:7. Vor dem letzten Gruppenspiel legten sich mehrere Spielerinnen schlafen im wahrsten Sinn des Wortes. Und es gelang nicht, wieder komplett aufzuwachen und die spielerisch unterlegenen Brühlerinnen zu dominieren. Trotz zwischenzeitlicher Führung war nicht mehr genug Energie übrig, um gegen die robusten St. Gallerinnen zu bestehen. Kein Wunder, hatte doch der Aufbau zu diesem Zeitpunkt unverändert vier Partien durchgespielt. Das Licht wich also wieder dem Schatten - der HCDU belegte in der Gruppe den fünften Rang von ebensovielen Teams.

Im Finalspiel der beiden Fünftplatzierten gabs noch ein Rencontre mit dem TV Appenzell, leider ohne die legendären "Appenzeller Biberli". Das Finalspiel war im Tor Svenja vorbehalten, die den ganzen Tag vor allem MArcella immer erfolgreicher coachte. Und Svenja zeigte auch gleich mit zwei Fangbällen, dass sie doch noch weiss, wie man im Tor stehen muss. Trotz wiederum schwacher Angriffsleistung resultierte so ein mehr oder weniger ungefährdeter 4:3 Sieg, wobei festgehalten werden muss, dass die Appenzellerinnen ausschliesslich über den Penaltypunkt zum Torerfolg kamen.

Als Fazit aus diesem ersten offiziellen Auftritt als Drittliga-Team kann folgendes festgehalten werden:
1.) Vergesst Matches vor 12:00, das kommt gar nicht gut
2.) Auch wenn die Espoirs körperlich unterlegen waren, wusste der HCDU vor allem durch sehr gutes "Anziehen" den Gegner Mal für Mal in Verlegenheit zu bringen
3.) Im Tor machte Marcella eine sehr gute Figur, auch bei den schärfsten Würfen
4.) Auch ohne die vier abwesenden Leistungsträgerinnen schlug sich das Team fabelhaft
5.) Der dritte Gruppenrang wäre mit etwas mehr Konzentration dringelegen, mit etwas mehr Glück zusätzlich vielleicht sogar noch mehr

Am 12. September beginnt die Meisterschaft in Uznach. Wenn die Espoirs lernen, nicht im Schatten stehen zu bleiben, sondern im Licht, dann kommts ganz gut. Und trotz der Niederlagen kam auch der Spass nicht zu kurz. Oder wer macht schon Bilderrätsel in St. Gallen, wenn nicht die Espoirs? Freiheitsstatue "Bü" - kein Geschenk der Franzosen, aber immerhin eins der Aargauer :o)

Für die Espoirs: Marcella, Svenja, Isabelle B., Isabelle K., Martina, Astrid, Lea, Maja, Jefi, Yvonne, Ayten

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