Samstag, 28. November 2009

Espoirs: Trotz Sieg in der Krise

Es will einfach nicht mehr so, obwohl im Training seit Wochen immer wieder Fortschritte zu sehen sind. Schnelles Spiel sollte die Waffe der Espoirs sein, im Training ist sie es auch. Aber im Wettkampf wills nicht so, wie der Trainer es gerne hätte. Auch heute war das schnellste des ganzen Abends der rote Volvo vom Trainer. Immerhin gibts davon ein Beweisfoto...

Die Espoirs starteten verhalten in die Partie, konnten aber im Gegensatz zu den bisherigen Spielen schneller gefährlich auf das gegnerische Tor werfen. Etwas unglücklich war jedoch, das die ersten fünf Würfe allesamt am Tor vorbeizischten, wohlgemerkt allesamt halbhoch. Und wenn der Ball trotzdem hinter der Linie lag, wurde zuvor eine übertreten. Aber heute lag durchaus ein Sieg drin, weil handball züri birch spielerisch limitiert und dem HCDU auf keiner Position ebenbürtig war. Dass es nach rund 20 Minuten trotzdem nur 2:2 stand (!!!), lag einerseits an der miserablen Chancenauswertung und an den falschen Entscheidungen, die ständig getroffen wurden. Nach dem Timeout mit der einfachen Predigt, ob das bisher gezeigte eine - pardon - Verarsche sei und ob überhaupt etwas vom Training der letzten Woche hängen geblieben sei, löste sich die Verkrampfung beim HCDU etwas und innerhalb von 5 Minuten machte der HCDU aus dem 2:2 ein 6:3. Wieder waren es individuelle Fehler und Unkonzentriertheiten, die züri birch wieder auf ein Tor aufschliessen liessen. Zur Pause stand es somit 6:5 aus Sicht des Gastes.

Nach der Pause dümpelte das Spiel vor sich hin. Der HCDU spielte stets auf der Kippe zwischen Genie und Wahnsinn, wobei sich das Genie mehrheitlich zu verstecken wusste. Dennoch konnte immer ein Vorsprung von zwei Toren gehalten werden, bis rund zehn Minuten vor Schluss beim Stand von 11:9. Danach verlor das Team wieder komplett den Faden und nur wegen einer grossartig gelaunten Svenja im Tor wurde aus dem Vorsprung kein Rückstand. Ein Zückerli von Svenja's Big Saves in dieser Phase: zwei Minuten vor Schluss entschärfte sie einen Siebenmeter in numerischer Unterzahl, der das 11:12 bedeutet hätte. Aber auch ein 11:11 war ein lausiges Resultat aus Sicht des HCDU. Als noch 30 Sekunden zu spielen waren, gelang es Andrea, einen technischen Fehler des Gegners auszunutzen. Sie schnappte sich den Ball und skorte 20 Sekunden vor Schluss zum 12:11 für den HCDU.

Die Espoirs entwickeln sich zur Minimalistenmannschaft. Jeder Sieg ausser gegen Pfäffikon wurde mit dem kleinstmöglichen Vorsprung von einem Törchen erreicht. Deswegen ziert man auch mit einem grösseren negativen Torverhältnis (minus 15) den zweiten Rang in der Gruppe. Als wirklich negativ hervorzuheben bleibt die Auswertung der Penalty-Chancen. Von total sechs Penalties verwertete nur gerade Martina deren zwei. Dies ist symptomatisch für die geistige Blockade, die die Mädchen in den letzten drei Wochen oder seit dem Spiel gegen Pfäffikon aufgebaut haben. Diese Ladehemmung wieder abzubauen ist theoretisch einfach: das Team muss verstehen, dass Handball nicht dazu da ist, um noch mehr Druck auf sich selber aufzubauen, sondern um den bereits gestauten Frust rauszulassen. Oder anders: auf dem Feld wird zuviel studiert.


handball züri birch 2 - HCDU Espoirs 11:12 (5:6)
HCDU: Svenja (1.-60.), Andrea (4), Martina (2/2), Astrid (3), Maja (2), Julia, Yasmine, Lorena (1), Isabelle, Jefi
Bemerkungen: Svenja hält drei Siebenmeter (einen inkl. Nachschuss); der HCDU verwirft vier Siebenemter

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