Samstag, 13. März 2010

Ein letztes Mal Espoirs

Nachdem der Sportvorstand beschlossen hatte, dass es nächste Saison nicht mehr drei Frauenteams geben sollte, spielte man zum letzten Mal in dieser Zusammenstellung. Alles vom Standpunkt "zum letzten Mal..." zu betrachten war dann aber doch des Guten zuviel. Man wollte nicht "ein letztes Mal zusammen spielen", sondern mit dem siebten Saisonsieg erhobenen Hauptes vom Feld gehen. Die Motivation war spürbar, die Trainings in den vergangenen zwei Wochen allesamt sehr gut, die Spielerinnen waren bereit, um die Forfait-Niederlage im Hinspiel gegen den TV Uznach vergessen zu machen.

Das Spiel startete schnell, es war ein erwarteter Schlagabtausch mit beidseits guten Verteidigungen, die zunächst nur wenige Chancen zuliessen. Die Espoirs - diesmal mit Stéphanie Delabays im Tor - verpassten den Start etwas und lagen relativ rasch mit 0:2 hinten. Uznach konnte aber nicht davonziehen, zu gross war die Gegenwehr der Dietikerinnen. Während der HCDU mit Herz und Einsatz verteidigte, verteidigte der Tabellenführer mit Faust und von Hinten. Teilweise schien Uznach das Spielfeld mit einem Sägemehl-Kreis zu verwechseln, sodass vor allem Lorena und Andrea regelmässig mit gekonnten Kniestichen und Hüftwürfen von den Beinen geholt wurden, wohlgemerkt ungeahndet vom Schiedsrichter. Trotzdem gelang der 6:6 Ausgleich. Mit etwas mehr Glück hätte der HCDU mit einer Führung in die Pause gehen können. Die ruppige Gangart des Gegners sorgte aber zusehends dafür, dass der Ball lieber einmal mehr weitergespielt, als dass konsequent der Abschluss gesucht wurde. Wurde hingegen ein guter Kreispass gespielt, hatte Yasmine gar keine Chance, ihre Stärken im "Nahkampf" auszuspielen, da jeweils sofort der Foul-Pfiff ertönte. Janu, auch mit einem 6:8 zur Pause war in den zweiten 30 Minuten noch alles offen.

Nach der Pause konnte der Gegner das Niveau halten, dem HCDU schwanden zusehends die Kräfte. Einmal mehr mit nur einer Auswechselspielerin angetreten, zollten die Espoirs dem Tempo aus der ersten Halbzeit Tribut. Obwohl der Schiedsrichter nun sämtliche griechisch-römischen Griffe und Kniffe bestrafte, vermochten die Espoirs den Tabellenführer nicht weiter zu fordern. Plötzlich vergass man, in der Verteidigung härter zuzulangen und im Angriff schien es eine Strafe zu sein, dass man eine Spielerin mehr auf dem Feld hatte. Nichts gelang mehr, die Konzentration liess im Gleichschritt mit den Kräften nach und obwohl der Wille durchaus vorhanden war wurde der Torabstand nicht mehr kleiner, sondern nur noch grösser. Dem Gegner gelangen einfache Tore aus der zweiten Reihe. Beim HCDU hingegen schlichen sich nun technische Fehler zuhauf ein. Schlussendlich verloren die Espoirs das 14. und letzte Saisonspiel trotz einer kämpferisch einwandfreien Leistung mit 12:23.

Sehr positiv war das Miteinander auf dem Feld, trotz Verletzungen oder sonstigen Beschwerden. Ebenso konnte man sehen, dass die beiden letzten Wochen Trainings im Spielwitz hängen geblieben waren: Kreispässe, Würfe aus der zweiten Reihe, Kurzpass beim Gegenstoss, das Spiel war teilweise sehr schön mitanzusehen. Und auch hervorzuheben gilt es die seit eineinhalb Jahren nicht mehr auf dem Feld gestandene Torhüterin Stéphanie Delabays, die mit starken Paraden das Spiel lange Zeit offen gestalten konnte. Leider ist die Niederlage eher hoch ausgefallen. Der Gegner brillierte nicht wirklich, hatte aber auf der rechten Seite zwei Spielerinnen in ihren Reihen, die der HCDU nicht in den Griff kriegen konnte. Neben den Auswechselspielerinnen fehlt auch das den Espoirs: wenns als Team nicht funktioniert, gibt es niemanden auf dem Feld, der das Spiel an sich reissen und im Alleingang entscheiden oder zumindest dagegenhalten könnte. Dass nach dem Spiel die Dämme brachen und die Sätze wieder mit "ein letztes Mal..." begannen ist selbstverständlich und spricht für das Team. Dazu aber ein anderes Mal, nämlich im Saisonabschlussbericht, der irgendwann mal folgen wird.


HCDU Espoirs - TV Uznach 12:23 (6:8)
Espoirs: Stéphanie (1.-60.), Andrea (4/2), Astrid (3), Martina (2/2), Lorena (2), Isabelle, Julia (1), Yasmine
Bemerkungen: Espoirs ohne Maja (Arbeit), Svenja (im F2), mit Jefi auf der Tribüne

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