Da der Zürcher Handballverband keine Liga für FU19 anbieten konnte, war die Zukunft der jungen Mädchenmannschaft um Andrea, Astrid, Maja und einigen anderen einige Zeit ungewiss. In der Saison zuvor war man bereits in den Kanton Aargau ausgewichen, weil in Zürich keine FU18 Meisterschaft auf die Beine gestellt werden konnte. Das war kein zweites Mal möglich, da der Kanton Aargau "nur" eine FU18 Meisterschaft starten wollte und das Team des HCDU nicht mehr in dieser Alterskategorie mittun durfte. Nach dem Scheitern an der FU19 Inter Quali hiess es für das Team also "quo vadis".
Relativ schnell machte die Idee eines 3.Liga Teams die Runde. Die Geburtsstunde der Espoirs verlief rasch und unkompliziert. Das Team von Trainer Wyttenbach war zwar spielerisch auf einem guten Weg, aber körperlich noch zu stark im Nachteil, als dass man sie hätte in der 2. Liga integrieren können. Deswegen meldete der HCDU ein neues Damenteam in der 3. Liga, das zu 95% aus Juniorinnen bestehen sollte, mit Ausnahme von Goalie Svenja.
Während Corina sich dazu entschloss, ihr Glück dennoch bei den Damen zu suchen, fand Krenare nach den ersten paar Trainings ihre Motivation nicht wieder und Lea wechselte zu Amicitia. Somit stand also plötzlich die bisher zweite Aufbau-Garde als "erste Wahl" auf dem Feld: Astrid, Martina und Andrea. Spielerinnen also, die bisher keine Verantwortung übernehmen mussten oder durften, resp. auf anderen Positionen (Andrea als Goalie) und die bisher nur gerade ein Jahr Handball gespielt hatten. Und die Abgänge konnten zudem nicht kompensiert werden durch neue Zuzüge. Zwar hatte man ab und zu neue Gesichter aus anderen Vereinen im Training, aber die Spielerinnen konnten sich nie dazu entscheiden, während der laufenden Saison das Team zu wechseln. Der HCDU begann die Saison also mit einem kleinen Kader, das während der Saison alles andere als grösser wurde.
In diesem kleinen Kader war allerdings sehr viel Wille und Lernbereitschaft vorhanden. Für die körperliche Fitness sorgte das Vorbereitungsprogramm mit jeweils 2x Lauftraining, 2x Hallentraining und 1x Krafttraining - wöchentlich. Und die Trainings waren jeweils vom Einsatz her sehr gut. Das Team entwickelte einen sehr guten Zug aufs Tor und eine gute, aggressive Deckung. Ein erstes Mal konnten die Espoirs das Gelernte am Vorbereitungsturnier in St. Gallen zeigen. Das grösste Kompliment lieferte ein gegnerischer Trainer mit seinem Kommentar "was spielt ihr denn für eine Liga, ihr könnt den Ball unglaublich laufen lassen".
Den Schwung konnte das Team bis weit in die Saison bewahren. Nach der Startniederlage gegen Uznach mit dem unglücklichen Forfait von Seiten des HCDU, besiegten die Espoirs in allen vier folgenden Spielen ihre Gegner und standen nach Verlustpunkten gar an der Spitze ihrer Gruppe. Danach folgte allerdings eine Krise, aus den restlichen fünf Spielen bis zur Weihnacht resultierte gerade noch ein einziger Punkt. Nach der Weihnacht ging es wieder weiter wie zu Beginn der Saison mit 5 Punkten aus 4 Spielen. Schlussendlich standen die Espoirs mit 14 Punkten aus ebensovielen Spielen auf Rang 5 ihrer Gruppe. Mit mehr Auswechselspielerinnen und etwas mehr Glück wäre wesentlich mehr dringelegen. Vielleicht nicht der erste Platz, aber der zweite allemal.
Nun durchläuft das Team den normalen Prozess der Integration des ältesten Juniorinnen-Teams in die erste Damenmannschaft. Leider bedeutet das nach dem Abstieg des F1 eine weitere Saison in der dritten Liga, aber alle Espoirs sind bereit, dafür zu arbeiten, dass der Aufstieg gleich in der nächsten Saison bewerkstelligt werden kann. Die Entwicklung der Spielerinnen wird neu vorangetrieben von Peter Rusert. Dass er übernehmen würde, war der Entscheid des Sportvorstandes. Und der Entscheid ist nachvollziehbar, wenn man den Leistungsausweis von Peter Rusert anschaut. Er hat als Trainer mehrmals den Aufstieg des Herren 2 in die 1.Liga geschafft. Ihm assistiert die bisherige Trainerin des F1, Tamara Schütterle. Für den Augenblick "arbeitslos" ist der bisherige Espoirs-Trainer Marco Wyttenbach.
Und ganz ehrlich: ich verliere nicht einfach ein Team oder ein Hobby, sondern eine Leidenschaft. Danke Espoirs - für alles.
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