Sonntag, 19. September 2010

M1: HCDU schlägt sich selbst

Die Handballer von Dietikon-Urdorf verlieren in Romanshorn mit 23:26
VON MAILA BERMEJO AUS ROMANSHORN

Das zweite Saisonspiel der Limmattaler Erstligisten fing so an, wie es aufhörte: mit einer 2-Minuten-Strafe. Deren 10 handelte sich der HCDU im Laufe der gestrigen Partie gegen den HC Romanshorn ein. Die logische Konsequenz: Dietikon-Urdorf spielte ein Drittel der gesamten Spielzeit in Unterzahl. «Es waren unclevere Strafen», sagte Spielertrainer Sascha Schoenholzer nach dem Schlusspfiff.«Mit der Zeit sollte man merken, was es leiden mag und was nicht.» Damit sprach er vor allem Rückraumspieler Andreas Jenni an. Dieser sah nach drei 2-Minuten-Strafen die rote Karte und musste frühzeitig unter die Dusche. Jenni war aber auch einer der besten und kreativsten Spieler auf dem Feld – er machte drei der neun Tore in der ersten Halbzeit – weitere drei steuerte Manuel Gretler bei.

Beide Teams starteten mit viel Vorsicht und vielen Fehlschüssen in die Partie. Nach fünf Minuten zeigte die Anzeigetafel gerade mal 1:1 – was nicht nur für die schlechte Chancenauswertung sprach, sondern für die auf beiden Seiten hervorragenden Torhüter. Doch dann fanden die Romanshorner ihren Rhythmus und der Ball den Weg ins Netz der Gäste.

Nach elf Minuten waren die Ostschweizer auf 7:2 davongezogen. Bei den Limmattalern zeigte sich ein ähnliches Bild wie vor Wochenfrist: zu viel Hektik im Angriff, Fehlpässe und eine miserable Chancenauswertung. Logisches Halbzeitresultat: 9:16 aus Sicht der Gäste.
DER HCDU STARTETE um einiges wacher in die zweite Halbzeit. Bis zur 45. Minute kamen die Limmattaler auf vier Tore (18:22) heran – unter anderem dank fünf Treffern von Rückraumspieler Daniel Imhof. Die Gastgeber wurden in der Folge nervös: Sie agierten überhastet, patzten vor dem Tor und liessen die Überzahlsituationen ungenutzt verstreichen. Der perfekte Zeitpunkt für Dietikon-Urdorf, um das Ruder herumzureissen. Doch anstatt ruhig und cool zu bleiben, vergaben sie einfache Chancen und handelten sich Strafe um Strafe ein. Der HCDU kam zwar in der 28. Minute nochmals auf 23:25 heran, musste sich aber schlussendlich 23:26 geschlagen geben. «Es fehlten die Abgeklärtheit und die Spielintelligenz», lautete die bittere Bilanz von Schoenholzer nach der Partie. «Wir waren zu nett, zu unüberlegt, zu hektisch. Auch der Kampfgeist war nicht bei allen gleich vorhanden. Wir haben uns selber geschlagen», brachte es HCDU-Trainer Stefan Konkol auf den Punkt.

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