Dietikon-Urdorf-Trainer Stefan Konkol leidet beim schlecht gestarteten Erstligisten mit
VON MAILA BERMEJO
«Auf dem Feld will ich von meinen Spielern Ehrgeiz, Stolz und Kampfgeist sehen», sagt HC-Dietikon-Urdorf-Trainer Stefan Konkol. Leider liess seine Mannschaft gerade diese Eigenschaften in den ersten Partien der laufenden 1.-Liga-Saison allzu oft vermissen. Drei Spiele, drei Niederlagen lautet die niederschmetternde Bilanz. Nur im Cup konnten sich die Limmattaler bis jetzt durchsetzen – jedoch gegen unterklassige Gegner und oft mit Mühe. «Wir sind zu nett und zu berechenbar», konstatiert Konkol. Man sei im Training nicht hart genug untereinander und dann falle es schwer, in einem Match den Schalter umzulegen und gefährlich zu sein. «Aber das wird schon noch», gibt sich der 32-Jährige optimistisch.
Wandervogel als Spieler
Mit dem Handball angefangen hat der im solothurnischen Biberist aufgewachsene Konkol im Alter von 10 Jahren. In seinem Dorf gab es damals Fussball oder Handball. Für Konkol eine einfache Entscheidung. Bis zum 15. Lebensjahr spielte er im Dorfverein, dann ging das «Klub-Hopping» los. Biel, Solothurn, zurück zu Biel und wieder zurück zu Solothurn, dann der Wechsel nach Zürich zu Kilchberg, es folgte ein kurzes Gastspiel bei Amicitia und drei Saisons in Siggenthal als Spieler und Assistenztrainer. Nach dem Militärdienst nahm Konkol ein BWL-Studium an der Universität Zürich auf, danach stieg er ins Arbeitsleben ein.
«Irgendwie habe ich nie auf die Karte Sport gesetzt. Ich habe es eher gemütlich genommen», gibt er schmunzelnd zu. Er bereut seinen Entscheid aber nicht, schliesslich hat er als Trainer eine neue Aufgabe in seinem Lieblingssport gefunden, die ihn voll ausfüllt. Letztes Jahr coachte Konkol zuerst die U21-Mannschaft des HCDU und nach deren Rückzug die U19-Elite-Equipe des TV Endingen. In der laufenden Saison ist er neben Dietikon-Urdorf auch noch für die Aargauer Frauenauswahl zuständig. Am Handball fasziniert den Finanzexperten, dass man mit genügend Spielintelligenz sehr weit kommen kann. Das möchte er auch seinen Limmattaler Schützlingen mitgeben, die sich darin bis jetzt noch schwertun. «Am liebsten würde ich manchmal selber aufs Feld stürmen», so Konkol. Was hier so ungestüm tönt, kann man sich bei dem ruhigen Riesen Konkol gar nicht vorstellen. Er ist denn auch als Trainer keiner, der wild gestikulierend an der Seitenlinie steht oder seine Spieler anschreit. «Das bringt nichts», meint Konkol. «Ich nehme meine Leute lieber beiseite und gebe dort Inputs.» Trotz aller Besonnenheit – sieht er, dass seine Schützlinge keinen Willen und keinen Ehrgeiz an den Tag legen, «fliegen auch mal Gegenstände durch die Garderobe».
Stefan Konkol
Alter: 32. Wohnort: Mülligen. Zivilstand: Verheiratet, keine Kinder. Job: Finanz-Experte. Hobbys: Handball, Biken, Wandern. Motto: Man sieht sich immer zweimal.
Position als Spieler: Rückraum Mitte und Rechts. Klubs als Spieler: Biberist, Biel, Solothurn, Kilchberg, Amicitia, Siggenthal. Klubs als Trainer: Siggenthal, U21 Dietikon-Urdorf, U19 TV Endingen,1. Mannschaft Dietikon-Urdorf (1. Liga) sowie Regionalauswahl Aargauer Frauen.
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