Der Handballklub Dietikon-Urdorf will die vergangene 1.-Liga-Saison vergessen machen
Der HC Dietikon-Urdorf war in den letzten Jahren nie für ein ausuferndes Sommertraining bekannt. Weder von der Intensität noch vom Besuch her. Jetzt hat Trainer Stefan Konkol in diesem Bereich den Hebel angesetzt, «auf den Wunsch einiger Spieler hin», fügt er hinzu. Von der Verbesserung des körperlichen Zustands verspricht sich Konkol neben der gesteigerten Kondition einen weiteren Effekt: «Mit mehr Robustheit und Athletik mindert sich die Verletzungsgefahr. So fallen die Spieler nicht mehr wegen jeden ‹Bobos› aus.»
KONKOL DENKT DABEI vor allem an das Wohl des Gesamtteams. Denn die Kaderdecke ist dünn. Neben den drei länger bekannten Abgängen (Jenni, Wüthrich, Torwart Kilchenmann) hat Ricardo Rüegg den Erstligisten in Richtung NLB verlassen (GC/Amicitia), Stefan Senn spielt neu für den Zweitligisten Schwamendingen.Mit Sven Böhni verliess ein weiterer Torhüter die Equipe mit unbekanntem Ziel. Die Zuzüge bislang: Andreas Regner (28) wechselt als zweiter Schlussmann hinter Josip Katicic vom Lokalrivalen HC Limmat zum HCDU, mit Cédric Pernet (Rückraum, zuletzt wegen beruflichen Englandaufenthalts bei Great Dane London) und Felix Erzinger (25, Flügel links und Rückraum Mitte, Kloten) sind zwei neue Rückraumspieler im Team. Auch der eigene Nachwuchs erhält die Chance, sich zu präsentieren und allenfalls für die 1. Mannschaft aufzudrängen. Einer hat es Konkol bereits angetan: Elgadaf Gash, der sich berechtigte Chancen auf Einsätze im Fanionteam ausrechnendürfe. So lobenswert das auch ist: Der Unterschied von der U19 (in der vergangenen Saison hatte der HCDU keine U21-Equipe) zur 1. Liga ist enorm. Das weiss der vormalige Nachwuchstrainer Konkol sehr gut. Er sei im Gespräch mit weiteren etablierten Akteuren.
SO ODER SO: Der Kader wird überschaubar sein. Stefan Konkol macht aus der Not eine Tugend: «Wir sind im Gegensatz zur letzten Saison eingespielt, können intensiver arbeiten und sind weiter als damals.» Die andere Seite der Medaille ist die grosse Macht der Spieler, die um ihren Platz im Team wissen. Da beim HCDU kein Geld im Spiel ist, sind die Sanktionierungsmöglichkeiten gering. Als Beispiel dient Daniel Imhof, seit Jahren die Lebensversicherung des HCDU und letzte Saison mit 150 Toren Topskorer der 1. Liga, der nicht unbedingt als Trainingsweltmeister gilt. Konkol
hält dagegen: «Bei Dani habe ich keine Bedenken. Er ist vielleicht nicht immer da, aber wenn, dann gibt er immer alles.» Bei anderen Akteuren hingegen habe er eher die Befürchtung, dass sie die Situation ausnützen könnten. Um der Gefahr beizukommen, setzt Konkol auf die Stärkung des Teamgeists: «Einige Spieler müssen lernen, nicht auf sich selbst zu schauen, sondern auf das Team. Schliesslich gewinnt meistens das Team mit der besten Einstellung.»
MIT DIESER AUSSAGE spielt Konkol auf die enttäuschende Vorrunde der vergangenen Saison an. Er findet klare Worte für das, was sich hinsichtlich der nächsten ändern muss: «Wir müssen das Loser-Image ablegen.» Dieses habe sich vom ersten Spiel weg entwickelt. Warum sollte sich das nicht wiederholen? «Jetzt kennen sich die Spieler besser und sind als Team weiter als vor einem Jahr», sagt Trainer Konkol. In diesem Kontext nennt er einen interessanten weiteren
Aspekt: Als er und der abgetretene Sascha Schoenholzer die Mannschaft zusammenführten, habe es Situationen gegeben, in denen die beiden gegeneinander ausgespielt worden seien. «Deshalb will ich keinen Assistenztrainer mehr.» Morgen beginnt die Testspiel-reiche nächste Vorbereitungsphase mit dem Match gegen Erstligist Emmen (Stadthalle Dietikon, 20.30 Uhr). Die 1.-Liga-Meisterschaft beginnt am 10. September mitdem Heimspiel gegen Uster.
Quelle: Limmattaler Zeitung (26.06)
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