Montag, 17. Oktober 2011

Erstligist HC Dietikon-Urdorf bezwingt die SG Amicitia/RWZ mit 20:19

Was für ein Handball-Abend! Der arg gebeutelte HCDU zeigte gegen die Stadtzürcher Spielgemeinschaft Kampfgeist und Siegeswillen und holte den zweiten Sieg im vierten Spiel.

Das Bild, das sich gestern in der Zentrumshalle in Urdorf bot, hat Seltenheitswert: Bombenstimmung auf der Zuschauertribüne, strahlende Gesichter auf dem Feld. Ein Genuss für die Limmattaler Handballseele, die in den vergangenen Wochen gar arg gebeutelt wurde. Sportliche Durchhänger, Trainerwechsel, mangelnde Disziplin – Dietikon-Urdorf gab wahrlich wenig Anlass für positive Schlagzeilen. Doch gestern war dies alles vergessen: Die Limmattaler zeigten den 70 begeisterten Zuschauern in der Zentrumshalle in Urdorf, was wirklich in ihnen steckt und die Fans dankten es ihnen mit Begeisterungsstürmen und tosendem Applaus.

DIE PARTIE GESTALTETE sich lange Zeit ausgeglichen. Auf beiden Seiten wurde munter neben die Tore geschossen und so stand es in der 15. Spielminute erst 5:5. Ein erstes starkes Lebenszeichen zeigte der HCDU, als er in Unterzahl mit zwei Toren in Führung gehen konnte (10:8). Massgeblich daran beteiligt war Kreisläufer Marco Meier (4 Tore insgesamt), der in der ersten Halbzeit sprichwörtlich zur richtigen Zeit am richtigen Ort stand. Der Gast schien in dieser Phase vollkommen planlos – trotzdem schafften es die Limmattaler nicht, sich entscheidend abzusetzen und kassierten kurz vor dem Halbzeitpfiff noch zwei Tore zum 11:10-Pausenresultat. Danach zerfiel das Team von Interimstrainer Felix Erzinger vollkommen. Mit den zwei Gegentreffern vor der Pause kassierte Dietikon-Urdorf sieben Tore hintereinander. Beim Stand von 11:15 machte sich bei den Zuschauern auf der Tribüne bereits Resignation breit. «Schon wieder nichts», hörte man es murmeln. Die Limmattaler straften ihre Kritiker jedoch Lügen und erzielten ihrerseits sieben Tore in Folge. Der Krimi war neu lanciert. Doch Amicitia/RWZ gab sich noch nicht geschlagen, nach wiederum vier Treffern in Folge für die Stadtzürcher stand es eine Minute vor Schluss 19:19. Mit einem Tor von dem stark aufspielenden Daniel Imhof (8 insgesamt) und einer Parade des noch stärker aufspielenden Torhüters Josip Katicic (22 insgesamt) entschieden die Limmattaler das Spiel für sich.

«Ich bin sehr zufrieden mit der heutigen Leistung», erklärte ein sichtlich erleichterter Erzinger nach dem Spiel. «Ich kann nur Komplimente verteilen.» Der erst 25-jährige Interimstrainer bedankte sich auch beim Publikum: «Die Spieler spürten den Rückhalt der Fans, das war vor allem in der Schlussphase des Spiels eminent wichtig.»

(von Maila Bermejo, Limmattalerzeitung, 16.10.11)

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