Montag, 17. November 2008

«Wir sind nicht blauäugig»

HC Dietikon-Urdorf Stefan Maag, Trainer der punktelosen U21-Elitejunioren, spricht Klartext


RUEDI BURKART

Acht Runden sind in der Meisterschaft der höchsten Nachwuchs-Liga der Schweiz, der U21-Elite, gespielt. Als einziges Team noch ohne Punkt steht die Handball-Spielgemeinschaft Limmattal da. Trotzdem sieht Trainer Stefan Maag viel Positives.



Null Punkte und pro Spiel 41 Gegentore. Machts noch Spass, Stefan Maag?

Stefan Maag: (überlegt kurz) Nicht immer.

Jedes Wochenende eine klare Niederlage. Wie verkraften Sie und Ihre Mannschaft dies?

Maag: Wir sind nicht blauäugig in diese Saison gegangen. Wir haben gewusst, dass wir «beissen» müssen. Wenn wir als HSG Limmattal beispielsweise gegen ein Team wie die GAN Foxes antreten, dann ist dies, wie wenn eine NLB- gegen eine NLA-Mannschaft spielt.

Inwiefern?

Maag: Von meinen Leuten standen mit Cédric Romer und Ramon Wicki zwei Akteure schon einmal zumindest im Kader unserer NLB-Mannschaft. Bei GAN spielen etliche in der NLA bei GC und Amicitia. Das sind gänzlich verschiedene Ausgangslagen.

Wie stehts um die Motivation Ihrer Spieler? Die Resultate müssen doch Spuren hinterlassen.

Maag: Die Trainings machen mir viel Freude. Am vergangenen Mittwoch standen beispielsweise 19 Mann in der Halle. Es wird konzentriert gearbeitet.

19 Spieler ist eine imposante Zahl.

Maag: Ja, es ist sehr erfreulich. Seit den 80er-Jahren spielten nie mehr so viele Junioren dieses Alters beim HCD.

Trotzdem, die vielen Niederlagen . . .

Maag: Natürlich drückt dies beim einen oder anderen kurzzeitig aufs Gemüt. Das ist nicht mehr als versändlich. Aber grundsätzlich stimmt es im Team. Auch der Spassfaktor scheint mir noch relativ hoch zu sein.

Ziehen Sie aus der Niederlagenserie auch positive Schlüsse?

Maag: Ja, sicher. Wir verbessern uns meiner Ansicht nach mit jedem Spiel. Letzte Woche gegen die GAN Foxes lief beispielsweise der Angriff gut, ein anderes Mal steht die Abwehr besser.

Und irgendwann gibts das erste Erfolgserlebnis in Form eines Punktgewinns.

Maag: Das ist unser Ziel. Aber in erster Linie will ich sehen, wie sich das Team mit jedem Spiel steigert. Das war bislang der Fall.

Knapp drei Viertel der Saison stehen noch bevor. Was muss geschehen, dass Sie am 16. Mai des nächsten Jahres nach dem letzten Meisterschaftsspiel gegen St. Otmar ein positives Fazit ziehen können?

Maag: Wie schon erwähnt will ich Fortschritte erkennen. Ich will die Akteure spielerisch näher an unser Fanionteam heranführen. Wenn das klappt, dann ist es eine erfreuliche Saison.

Und wie viele Punkte müssen es sein?

Maag: Grundsätzlich kann ich, wenn alles andere klappt, auch mit null Punkten leben. Aber klar, wir wollen nicht nur verlieren. Ich hoffe auf acht Punkte.

Sie haben es angetönt, Sie wollen Spieler an die Nationalliga B heranführen. Cédric Romer und Ramon Wicki spielten schon im Fanionteam. Wer ist sonst noch ein Kandindat?

Maag: Rückraumspieler Stefan Senn wird von Sascha (Schoenholzer, Spielertrainer der 1. Mannschaft, Anm. d. Red.) beobachtet.

Am Samstag (also heute, Anm. d. Red.) kommt um 13.30 Uhr der Schaffhauser Nachwuchs nach Urdorf. Ihr Tipp?

Maag: Wenn sie, wie auch schon in dieser Saison, mit nur acht Akteuren antreten, dann könnten wir durchaus eine Chance haben. Aber wenn sie in Vollbesetzung kommen, dann wird es schon sehr, sehr schwierig.

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