Dass es vor dem Anstoss eine grössere Diskussion um die Auslegung von "strikes Harzverbot" gab (o-Ton: "es herrscht striktes Harzverbot, ausser für interregionale Spiele" -> o-Ton zurück: "wenn es Ausnahmen gibt, ist das Verbot nicht strikt"), war durchaus symptomatisch für den noch bevorstehenden Auftritt der Espoirs. Die Konzentration galt zwar dem Ziel, einen Sieg zu erzielen, aber darob vergass man, Handball zu spielen.
Begonnen hats ganz schlecht und mittlerweile schon fast traditionell mit einem 0:3 Rückstand und dem ersten Wurf aufs gegnerische Tor nach 8 Minuten. Zwar wurde die Anweisung gelebt, die erste Welle im Gegenstoss zu machen. Die Pässe waren aber alle mitten ins Gewühl gespielt und lebten von der Hoffnung. Das Spiel glich in den ersten 15 Minuten eher einem Pingpong-Spiel als Handball. Danach raffte sich das Team auf, gelangte ein ums andere Mal in gute Abschlussposition und nur der Pfosten verhinderte eine Führung mit vier bis fünf Toren. In dieser Phase vermochte der HCDU mit 5:4 in Führung zu gehen, wobei der Gegner vor allem wegen Rückfällen des HCDU zum Pausenstand von 6:6 ausgleichen konnte.
Die Lösung schien einfach, um den Gegner zu schlagen: mehr Tempo, mehr Kreuzen, mehr Sperren, mehr Zug aufs Tor und mehr laufen ohne Ball. Umgesetzt wurde zur Überraschung aller überhaupt nichts davon. Wenn doch, wars meistens der Gegner, der genau das umsetzte, womit der HCDU zum Erfolg kommen wollte. Zudem gelang es auch in der Defensive nicht mehr, gut genug zu stehen. Unerklärlich bleibt, dass ein ums andere Mal plötzlich der Flügel der Gegner frei zum Wurf kam und jeweils präzise den Ball im Tor versenkte. Es ging relativ schnell und der Rückstand wuchs von 6:7 auf 7:14 an. In dieser Halbzeit zeigten die Espoirs die überhaupt schlechteste Leistung der ganzen Saison. Da lief gar nichts mehr. Sämtliche Umstellungen personeller oder taktischer Art halfen überhaupt nichts, wobei das einzige was der Gegner machte war, noch offensiver zu verteidigen als in der ersten Halbzeit. Rein optisch hätte das dem HCDU entgegenkommen sollen, weil man definitiv über die schnelleren Leute verfügte. Rein spielerisch sahs aber anders aus. Logische Konsequenz: 9:19 für züri west. Die letzten drei Tore buchte der HCDU dann noch im Stile, wie man es ab der ersten Sekunde hätte tun müssen: durch Gegenstösse.
Eine absolut ernüchternde Leistung der Espoirs, die eine etwas flaue Leere in der Magengegend hinterlässt. So oft spielt man im Training Basketball mit offensiver Verteidigung, so oft Linienball, so oft Schnappball, und im heutigen Spiel war alles vergessen. Ähnlich wie bei Monopoly: "Gehe zurück zum Start".
HCDU Espoirs - handball züri west 12:21 (6:6)
HCDU: Mirjam (1.-60.), Andrea (5/1), Lorena (1), Maja (1/1), Astrid (4), Martina, Julia (1), Isabelle, Jefi
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