Der Doodle zum heutigen Spiel besagte nichts Gutes: Nur 6 Feldspielerinnen und ein Goalie. Einmal mehr setzten sich Cami und Karin für die Espoirs ein und organisierten namhafte Aushilfen. Bitter nur, dass am Dienstag im Training noch Lorena (gebrochene Hand) und Astrid fürs Wochenende ausfallen sollten. Das war gleichbedeutend mit Überstunden für die "Schutzengel" der Espoirs und noch mehr Aushilfsspielerinnen. Schlussendlich standen nur gerade vier Feldpspielerinnen von den Espoirs auf dem Feld.
Das Patchwork-Team machte aber zu Beginn des Spieles eine gute Falle. Nach einem 0:2-Rückstand und mehreren vergebenen guten Chancen waren es die Espoirs, die mit viel Tempo den Rückstand schnell aufholen konnten und mit 3:2 in Führung gingen. Die Spielweise war weiterhin druckvoll und gefällig, leider wie so oft in dieser Saison aber etwas zu ineffizient. Nicht weniger als drei Gegenstösse wurden alleine vor dem Goalie verworfen, hinzu kamen ein verworfener Penalty und zwei weitere technische Fehler im Gegenstoss. Die Spielerinnen hatten den Gegner eigentlich im Griff, Svenja im Tor ebenfalls, bis auf drei etwas faule Tore, die den Weg ins Tor nur fanden weil der Ball den notwendigen Drall annahm, wenn er jeweils vom Pfosten irgendwie und irgendwo an Svenja abprallte. Es hätte also anstelle von 7:10 aus Sicht der Espoirs auch 10:7 heissen können - ebenfalls aus Sicht der Espoirs. Besonders gefiel in der ersten Halbzeit das Tempo der Torhüterin auf dem Feld - Vivi war ein würdiger Ersatz für Lorena.
In Halbzeit zwei wurde gestartet mit dem Willen, die drei Tore so rasch als möglich aufzuholen und dem Gegner während den zweiten 30 Minuten spielerisch zu zeigen, wer der Chef auf dem Feld ist. Das zeigten sie auch - nicht die Espoirs, sondern Schwamendingen. Bei den Espoirs lief einiges nicht rund. Als Beispiel war Yasi in der Verteidigung etwas überfordert von den Sperren und stand öfter Abseits des Spielgeschehens. Ebenfalls nicht mehr auf Ballhöhe zeigte sich der Angriff, der nun doch offenbarte, was es für ein Unterschied sein kann, wenn sechs Spielerinnen auf dem Feld stehen, die zusammen trainieren oder sechs, die zwar allesamt Handball spielen können, aber sich noch nie aneinander gewöhnen konnten. Innert Kürze wurde aus dem 7:10 ein 10:20 und aus der Hoffnung auf zwei Punkte eine Hoffnung auf keine Klatsche. An der Linie wurden die Anweisungen immer lauter, aber deswegen nicht unbedingt verständlicher. Als dann das Team den gemeinsamen "Feind" endlich identifiziert hatte, gings aber wieder aufwärts. Weil alle die Wut auf den Trainer auf das Feld kanalisieren konnten wurde aus einem 13:23 zwischenzeitlich ein 20:24, ohne dass der Gegner nachgelassen hätte. Man stellt sich zurecht die Frage: "Warum nicht von Anfang an?". Das Spiel endete danach mit einer nicht mehr so hohen, aber dennoch wieder unnötigen Niederlage mit 21:27.
Mit diesem Spiel haben die Espoirs, resp. das Patchwork-Team nicht aus der Krise herausgefunden. Aus der heutigen Leistung zuviel schlusszufolgern (oder "zu schlussfolgern"?) wäre ein Fehler aufgrund dem genannten Patchwork auf dem Feld. Man hat aber dennoch einige wichtige Verbesseurngsmöglichkeiten für die Juniorinnen unter den heutigen Espoirs gesehen. Schade nur, dass der HCDU mit dieser Niederlage den Anschluss an die Spitze jetzt definitiv verloren hat. In den letzten fünf Spielen gab es nur zwei Punkte gegen handball züri birch. Und auch dort nur mit Glück. Dass die Espoirs das doch wesentlich besser können, haben sie diese Saison bereits mehrere Male eindrücklich bewiesen. Einen guten Vorsatz fürs neue Jahr zu fassen ist jetzt aber einfach: zurückfinden zum Siegen.
Abonnieren von HCDU NEWS
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen