Montag, 27. September 2010

H1: Der Fehlstart ist perfekt

Die Erstliga-Handballer des HC Dietikon-Urdorf verlieren auch das dritte Spiel – 16:23 gegen Frauenfeld

So hat man sich das beim HCDU nicht vorgestellt. Nach drei Spielen wartet das mit Ambitionen in die Saison gestartete Team noch immer auf ein Erfolgserlebnis. Jetzt gilt es, auch gegen den Frust anzukämpfen.
VON RAINER SOMMERHALDER


«Wir dürfen uns jetzt nicht ans Verlieren gewöhnen», fordert Trainer Sascha Schoenholzer nach der ebenso unnötigen wie selbst verschuldeten 16:23-Heimniederlage gegen das bescheidene Frauenfeld. Wer nur 16 Tore erzielt, kann im Handball nicht gewinnen. Naheliegend, wo die Probleme des HC Dietikon-Urdorf derzeit liegen. Im Angriffsspiel blieb erneut vieles Stückwerk, wurden vielversprechende Ansätze mit einem ungenauen Zuspiel zu oft selbst abgewürgt. «Es gelang uns nie, den Ball richtig laufen zu lassen. Und unsere Chancenauswertung liess erneut zu wünschen übrig», bilanzierte Schoenholzer.

Immerhin sah der Trainer auch Positives. Etwa die Leistung von Torhüter Katicic, dem besten HCDU-Spieler des Abends. Ihm attestierte Schoenholzer in diesem Spiel «eine Weltklasse-Leistung mit mehr als 20 Paraden». Umso bitterer, dass es trotz dieses Rückhalts nicht zu mehr reichte. Gefallen hat dem Trainer auch das Auftreten seiner Mannschaft. Nachdem das Team von Dietikon-Urdorf am letzten Wochenende gegen Romanshorn im Verlauf des Spiels mehr und mehr in seine Einzelteile zerfiel, sah er gestern niemanden mit hängendem Kopf auf dem Feld herumschleichen. «Ich kann keinem Spieler punkto Einsatz einen Vorwurf machen. Der Wille war da, nur das Fleisch war schwach», meinte Schoenholzer in einem Anflug von Galgenhumor.

Schoenholzer weiss aus der letzten Saison, wie schnell Verlieren chronisch werden kann. Deshalb ist seine wichtigste Sorge, dass der nun spürbar aufkommende Frust der Spieler nicht auf den Glauben an die eigene Fähigkeiten abfärbt. Der Chef ist nach wie vor von den Fähigkeiten seiner Jungs überzeugt. «Es gibt keinen Grund zu zweifeln. Ich bin mir absolut sicher, dass die Mannschaft heute klar weiter ist als vor einem Jahr zum gleichen Zeitpunkt», sagt der Trainer. Auch das Niveau und der Einsatz im Training seien vorbildlich. Alle hätten in dieser Woche voll mitgezogen, auch wenn die Schraube nach dem misslungenen Auftritt in Romanshorn spürbar angezogen wurde. «Vielleicht läuft es bei uns im Training sogar zu harmonisch ab», mutmasst Schoenholzer.

Immerhin müssen die HCDU-Spieler nicht lange warten, um sich zu rehabilitieren. Bereits am Dienstag geht es im Schweizer Cup gegen den Zweitligisten Zurzibiet ums Erreichen der nächsten Runde. Als Aufbaugegner bezeichnen kann man die Aargauer aber nicht. Das mit nationalligaerprobten Spielern gespickte Team gilt im Cup als Favoritenschreck.

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