Dienstag, 14. September 2010

M1: Abhaken und weiterarbeiten

Der HCDU verliert gegen Appenzell mit 22:28

Den Erstliga-Handballern von Dietikon-Urdorf misslingt der Saisonauftakt gründlich. Sie schaffen es nicht, eine frühe Sechs-Tore-Führung in einen Sieg umzumünzen.
VON MAILA BERMEJO

Es war ein Start nach Mass: Die Limmattaler Handballer zeigten sich von Anfang an konzentriert und angriffslustig. Vorne gingen die Bälle ins Netz und hinten hielt Keeper Josip Katicic den Kasten sauber. Nach sieben Spielminuten stand es schon 4:0 für die Gastgeber, nach 17 Minuten 7:1. Die Appenzeller kamen nicht vom Fleck: Viele Flüchtigkeitsfehler und Strafen bremsten die Gäste aus der Ostschweiz aus. Einzig die tolle Leistung von Keeper Andreas Masina verhinderte einen noch grösseren Rückstand. Masina, der eine Parade nach der andern zeigte, steigerte sich im Laufe der Partie immer weiter – und mit ihm seine Mannschaft. Während die Appenzeller also langsam Fahrt aufnahmen, schlichen sich bei Dietikon-Urdorf immer mehr Fehler ein. Vor allem im Angriff. Die Bälle prallten an den Pfosten oder am Keeper ab oder kamen aufgrund von Pass- oder Schrittfehlern gar nicht in die Nähe des gegnerischen Tors. So verwandelten die Ostschweizer einen Gegenstoss nach dem andern in Zählbares und konnten sich beim Halbzeitstand von 8:10 auf die Schultern klopfen.

DIE ZWEITE HALBZEIT ging da weiter, wo die erste aufgehört hat: Appenzell punktete munter weiter, glich in der 37. Minute zum Zwischenstand von 12:12 aus und ging weitere sieben Minuten später erstmals mit 16:15 in Führung. Das gewandelte Verhältnis auf der Anzeigetafel schlug sich in der Körpersprache der Akteure und im Lärmpegel in der Halle nieder. Während die Ostschweizer Ersatzspieler ihre Kollegen auf dem Feld lautstark anfeuerten, sah man auf dem Bänkli der Limmattaler schon den einen oder anderen Kopf hängen. Eigentlich wäre zu diesem Zeitpunkt noch alles möglich gewesen, doch die Limmattaler konnten sich nicht mehr fangen. Appenzell zog gnadenlos davon. In der 18. Minute stand es bereits 19:16 für die Gäste – es war die Vorentscheidung. Am Sieg der Appenzeller konnte auch das Timeout, das HCDU-Trainer Stefan Konkol fünf Minuten vor Schluss, beim Stand von 20:24 nahm, nichts mehr ändern. Und als dann noch Rückraum-Akteur Philipp Wallisch drei Minuten vor Schluss eine 2-Minuten-Strafe kassierte, waren die Würfel endgültig gefallen. Bitteres Fazit: Der HC Dietikon-Urdorf hatte in der ersten Halbzeit mit sechs Treffern Vorsprung geführt und am Schluss mit sechs Treffern (22:28) verloren.

«NACH EINEM GUTEN Start haben wir die Gegner ins Spiel kommen lassen und die Gegenstösse verbockt», analysierte der verletzte Spielertrainer Sascha Schoenholzer die Partie. «Wir haben unsere Chancen im Angriff nicht genutzt.» Keine neue Erkenntnis für Schoenholzer, arbeiten er und Trainer Konkol doch intensiv an den Schwächen im Angriffsspiel des HCDU. Die Gäste aus der Ostschweiz seien einfach stärker gewesen, schneller, kaltblütiger. «Insgesamt hat jeder zu viele Fehler gemacht», so Schoenholzer. Doch die Niederlage zum Saisonstart ist kein Grund zum Verzweifeln für den Spielertrainer. «Wir werden ruhig weiterarbeiten und unser Angriffsspiel verbessern.» Nächsten Samstag in Romanshorn haben die Limmattaler die Möglichkeit, das Gelernte umzusetzen.

Keine Kommentare: