Montag, 4. Oktober 2010

H1: Endlich sieht es aus wie Handball

Der HC Dietikon-Urdorf verliert in Kreuzlingen trotz kämpferischer Leistung mit 24:27

VON MAILA BERMEJO
Der HCDU ist da. Gestern zeigten die Limmattaler Erstliga-Handballer erstmals in dieser Saison ihr Potenzial. Sie spielten gegen den HSC Kreuzlingen einen aggressiven, schnellen und über weite Strecken effizienten Handball. Mit einem Quäntchen mehr Spielintelligenz wäre gegen die starken Ostschweizer sogar ein Punkt drin gewesen. «Die Leistungskurve zeigt unabhängig vom Resultat eindeutig nach oben», sagte Spielertrainer Sascha Schoenholzer nach der Partie. «Das hat endlich wie Handball ausgesehen.»

DIE AUFGABE GESTALTETE sich jedoch nicht leicht. Die Egelseehalle strotzte vor HSC-Fans, die ihre gut in die Meisterschaft gestartete Mannschaft lautstark unterstützten. Der HCDU auf der anderen Seite musste gleich auf drei Schlüsselspieler verzichten: Manuel Gretler (Militär), Andreas Jenni (private Verpflichtungen) und Luzi Tiefenauer (verletzt). Die Limmattaler starteten denn auch nach dem alten Muster in das vierte Saisonspiel. In sechs Minuten brachten sie nur ein Tor zustande, der Gegner hingegen verwertete einen Gegenstoss nach dem anderen. Trotzdem sah beim HCDU alles anders aus als in den vergangenen Spielen – präziser, kämpferischer. So liessen denn die Tore nicht auf sich warten. Und auch wenn die Kreuzlinger immer wieder einige Tore davonzogen, die Limmattaler hielten mit und glichen eins ums andere Mal aus. So stand es in der 28. Minute 12:12. Doch anstatt das Unentschieden in die Pause zu retten, agierte der HC Dietikon-Urdorf zu wenig clever und die Gastgeber konnten auf 15:13 erhöhen.

Den Anfang der zweiten Halbzeit verschliefen die Limmattaler vollkommen. Nur dank zwei Treffern von Ta-
rek Grendelmeier und einer schier unglaublichen Leistung von Torhüter Josip Katicic gerieten sie gegen Alexander Mierzwa und Co. nicht stärker in Rückstand. Als beim Stand von 19:16 aus Sicht der Gastgeber der HCDU in eine doppelte Unterzahl geriet, schien die Sache für die Limmattaler gelaufen. Doch Torhüter Katicic lief zur Höchstform auf. Der unbestrittene Mann des Spiels zeigte Parade um Parade, hielt drei Penaltys und liess die Limmattaler bis zuletzt hoffen. Die Vorentscheidung fiel, als Mierzwa in der 25. Minute einen Penalty zum 25:20 für Kreuzlingen versenkte. Dietikon-Urdorf musste sich mit dem Schlussresultat von 27:24 einmal mehr geschlagen geben.

«TROTZ NIEDERLAGE GEHEN wir heute sicher mit einem anderen Gefühl nach Hause als nach den letzten drei Spielen», so Schoenholzer. Auch HCDU-Trainer Stefan Konkol zieht ein vorsichtig-positives Fazit: «Wir haben mit unseren Möglichkeiten viel herausgeholt. Der Weg stimmt», meinte er und fügte an: «Aber wir können noch so gut spielen, von null Punkten können wir uns nichts kaufen.»

Keine Kommentare: