Samstag, 25. Dezember 2010

Das Herz am rechten Fleck

Handball-Torhüter Josip Katicic über den HC Dietikon-Urdorf, Fussball und darüber, warum er immer noch an den Aufstieg glaubt

Der 24-jährige Urdorfer Josip Katicic ist ein verlässlicher Wert zwischen den Pfosten des HC Dietikon-Urdorf. Sein grösster Wunsch: In einer höheren Liga spielen. Und das am liebsten mit seinem Verein.

VON MAILA BERMEJO
Elf Spiele, acht Niederlagen, sechs Punkte. Gestern setzte es gegen Mitkonkurrent Fides St. Gallen eine 25:32-Pleite (siehe separaten Text). Der HC Dietikon-Urdorf sorgt in der 1. Liga mit seiner Vorrundenbilanz bei den meisten Betrachtern eher für Kopfschütteln als für Freu-
densprünge. Nicht so bei Josip Katicic. Der 24-jährige Torhüter der Limmattaler glaubt trotz schlechtem Saisonstart unerschütterlich an seine Mannschaft. «Wer spricht denn von ‹nicht aufsteigen›?», fragt Katicic. «Mann muss die Ziele immer hochstecken, das spornt an. Ausserdem ist ja erst die Vorrunde gespielt, und alle wissen: Wir sind eine Rückrundenmannschaft», sagt Katicic mit einem Schmunzeln.
TROTZDEM WEISS DER URDORFER mit kroatischen Wurzeln, dass viel mehr drin gewesen wäre für den HCDU, denn auf dem Papier ist die Mannschaft nach den Verpflichtungen um einiges stärker als letzte Saison. Die Zuzüge seien zwar
individuell sehr stark, weiss Katicic, doch dafür hätten sie als Team länger gebraucht, um zum gemeinsamen Spiel zu
«Ich war ein typischer Stürmer, stand einfach vorne rum.»
finden. Mittlerweile scheinen die Limmattaler Handballer aber den Tritt gefunden zu haben: Nach fünf Niederlagen zum Saisonanfang konnten sie von den letzten fünf Spielen drei gewinnen. Und wie geht es weiter mit der Mannschaft? «Wir hatten eine mentale
Blockade, aber nun haben wir den Knopf gelöst und werden langsam, aber sicher aus dem Tabellenkeller rauskriechen», ist der Torhüter überzeugt.
DASS KATICIC HANDBALLGOALIE werden würde, war nicht von Anfang an klar. Im Gegenteil. In seiner Kindheit spielte er neben Handball auch noch Fussball. «Ich war ein typischer Stürmer», erinnert er sich, «stand einfach vorne rum und wartete auf einen Abpraller.» Sein wahres Talent offenbarte sich erst, als er einmal aus Personalmangel zwischen die Pfosten eines Handballtores gestellt wurde. Von diesem Moment an war der Fall klar. Katicic wurde Schweizer Meister mit der U17, wurde in die Regionalaus-
wahl berufen und spielte bei der U21-Elitemannschaft von Pfadi Winterthur. «Der Höhepunkt meiner bisherigen Karriere», so Katicic. Sein Durst nach Erfolg ist damit aber noch lange nicht gestillt. «Ich möchte unbedingt in einer höheren Liga spielen. Am liebsten natürlich mit Dietikon-Urdorf», sagt Katicic, während seine Augen glänzen.
DER BAUMASCHINENMECHANIKER würde zwar auch ein gutes Angebot eines anderen oberklassigen Vereins prüfen, doch es würde ihm schwerfallen, das Limmattal zu verlassen. Der HCDU ist für ihn eine Herzensangelegenheit. Hier fühlt er sich wohl, hier hat er seine Kollegen, hier ist er verwurzelt.

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