Samstag, 25. Dezember 2010

H1: «Unglaublich unclever»

Die Handballer von Dietikon-Urdorf verlieren in der 1. Liga in St. Gallen mit 25:32

VON MAILA BERMEJO AUS ST. GALLEN
«Wir können einfach nicht mit einem Vorsprung umgehen.» Diese Aussage von HCDU-Spielertrainer Sascha Schoenholzer ist so paradox wie wahr. Die Limmattaler können den positiven Schwung der letzten Partien nicht mitnehmen und müssen sich im letzten Vorrundenspiel in St. Gallen trotz zwischenzeitlicher Vier-Tore-Führung geschlagen geben.
IN DEN ERSTEN MINUTEN wurden vor allem die Latten und Pfosten der beiden Tore getestet. Die Gastgeber waren jedoch ein bisschen effizienter und konnten den HCDU bis zur 18. Minute immer auf eins bis zwei Tore Abstand halten. Doch dann kam die Wende. Dank acht Treffern von Daniel Imhof in der ersten Halbzeit und drei
tollen Paraden von Torhüter Josip Katicic konnte sich Dietikon-Urdorf langsam, aber stetig vom Tabellennachbarn aus der Ostschweiz absetzen. Drei Minuten vor dem Pausenpfiff stand es 10:14. Ein beruhigendes Bild möchte man meinen, zudem sich die St. Galler noch eine Zwei-Minuten-Strafe einhandelten. Doch die Limmattaler können einfach nicht mit einem Vorsprung umgehen. Die St. Galler kamen in Unterzahl frei zum Abschluss. Konsequenz: drei Schüsse, drei Tore und nur noch einen Eintore-Rückstand zur Halbzeit (14:15).
DAS UNHEIL NAHM SEINEN LAUF.
Die Ostschweizer verwerteten zu Beginn der zweiten Spielhälfte einen Gegenstoss nach dem andern. Gleichzeitig wuchsen sie in der
Verteidigung über sich hinaus. Die Limmattaler waren im Abschluss zu überhastet, zu harmlos oder der gegnerische Torhüter zu stark. Bis zur 56. Spielminute war der Vorsprung der St. Galler auf zehn Tore angewachsen (31:21). Die «Mini-Aufholjagd» der Limmattaler zum Schlussresultat von 32:25 kam definitiv zu spät.
«Wir haben unglaublich unclever agiert», bilanzierte Schoenholzer nach der Partie und sprach von einem Kollektivversagen im Angriff. «Das heutige Spiel ist auch ein Abbild des schlechten Trainingsbesuchs der vergangenen zwei Monate», so Schoenholzer weiter. Ein bisschen mehr Disziplin wäre ein guter Vorsatz für die Spieler im neuen Jahr – dann klappt es vielleicht auch wieder mit dem Gewinnen.

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