Die Limmattaler verblüffen in der 1.-Liga-Meisterschaft
VON RAPHAEL BIERMAYR
Irgendwann gaben sich auch die leidgeprüftesten Zuschauer geschlagen und begannen zu klatschen. Zehn Minuten vor Schluss stand es 30:19 – nicht einmal der HC Dietikon-Urdorf konnte es schaffen, die Partie angesichts dieses Vorsprungs noch in den Sand zu setzen. Die Limmattaler zeigten gegen Romanshorn eine entfesselte Leistung, die im Unterschied zu so vielen Begegnungen zuvor über nahezu die gesamte Spielzeit anhielt. Am Ende stand ein 34:25, das so keiner erwartet hätte.
Trainer Sascha Schoenholzer analysierte gewohnt nüchtern («Heute passte alles für uns»), ein Lächeln huschte ihm aber dennoch über die Lippen, als er frisch von der Leber weg kundtat, was er dachte: «Die drei Fehlschüsse am Schluss waren schade. Eigentlich hätten wir höher, mindestens mit elf Toren Differenz, gewinnen sollen.» Nach dieser Aussage hielt er kurz inne, um anzufügen: «Aber das ist Jammern auf ganz hohem Niveau.»
Jeder trug seinen Teil bei
Nicht nur das Jammern fand auf hohem Niveau statt. Zum ersten Mal in der laufenden Spielzeit überfuhr der HCDU einen Gegner. Was gegen die Tabellennachbarn nicht gelang, wirkte gegen die ambitionierten Ost-schweizer wie ein Leichtes. In der
ersten Halbzeit lief alles nach dem Wunsch der Gastgeber. Romanshorn schloss während der ersten Minuten kläglich ab, was einen doppelten Effekt zur Folge hatte: Einerseits zogen die Limmattaler davon, andererseits
tankte Torwart Josip Katicic derart viel Selbstvertrauen, dass er in der Folge für die Gäste schier unüberwindbar war. Und in der Offensive peitschte Andreas Jenni die Bälle aus allen Lagen in die Maschen und nahm so Topskorer Daniel Imhof einen Teil der Verantwortung im Abschluss ab. Dazu war augenscheinlich, wozu der lange verletzte Philipp Wallisch fähig ist. Der Österreicher hat ein Auge für den freien Mann oder die Lücke im Abschluss wie kein Zweiter beim HCDU. So weit zu den herausragenden Akteuren – für das überzeugende Gelingen waren aber alle zuständig. «Jeder hat heute seinen Teil beigetragen», hielt auch Trainer Schoenholzer zufrieden fest.
Zur Pause war die Partie mit dem 20:14 entschieden, die ersten Zweifler verstummten nach fünf Paraden von Katicic in den ersten sechs Zeigerumdrehungen nach Wiederbeginn und dem zwischenzeitlichen 23:14, die allerletzten wie erwähnt zehn Minuten vor Schluss.
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