Mit dem HSC Suhr Aarau Buchs 1 wartete eine der beiden besten Teams aus dem Aargau auf den HCDU. Aber zunächst wortwörtlich vor verschlossenen Türen. Um 5 vor 11 war die Stadthalle noch geschlossen und die Handys auf Betriebstemperatur, weil beide Teams komplett vor der Halle warteten. Glücklicherweise war der Abwart "eine Stunde vor der ihm mitgeteilten Zeit" bereits in der Halle. Der HCDU trat mit einem eigentlichen Lazarett auf. In den vergangenen zwei Wochen waren nicht weniger als 7 Spielerinnen krank oder verletzt. Fairerweise muss man aber sagen, dass die Grippewelle kaum Halt vor kantonalen Grenzen machen dürfte.
Aber zum Spiel. Klarer Favorit war Aarau, die in der Meisterrunde bisher nur gerade vom zweitplatzierten Olten bezwungen wurden, Wie immer gegen Aarau hielt das Team aber eine kleine Überraschung in der Hinterhand. Im Bewusstsein, dass Aarau eine Deckung im System 6:0 oder sehr offensiv 3:3 erwarten würde, hat sich der HCDU in einem 3:2:1 aufgestellt. Wohlgemerkt wurde das im Training nie geübt, sondern in der Kabine vor dem Match besprochen. Dafür klappte die Defensivarbeit hervorragend, insbesondere in den ersten 15 Minuten. Die gefährlichen Werferinnen der Aaraguerinnen mussten sozusagen in den "Infight" gegen die schnellen und wendigen HCDU-Spielerinnen. Das Ergebnis dieser Duelle schien zuerst sehr für den HCDU zu sprechen: nach 6 Minuten und drei sensationell schön herausgespielten Treffern stand es 3:1, nach 10 Minuten 4:2 und nach rund 15 Minuten 5:5. Dann drehte der HSC so auf, wie der HCDU abbaute. Es schlichen sich zum Teil haarsträubende Fehler ein, die Würfe aufs Tor waren unpräzise und zum Teil sogar mitten auf die Hände der Torhüterin. Man ist versucht zu sagen, dass die grösste Stärke der Limmattalerinnen wieder zuschlug: die Fähigkeit, sich eine sehr gute Leistung gleich selber wieder zunichte zu machen. Und diese Fähigkeit erlaubt dem Gegner jeweils, einen Gegenstoss nach dem anderen zu laufen und ein einfaches Tor nach dem anderen zu werfen. Aus einem 5:5 wurde so sehr schnell ein 7:14.
In der Pause wurde besprochen, was man tun muss, wenn der Gegner ein 5:1 mit einem so offensiven vorgestellten Verteidiger spielt, nämlich hauptsächlich richtig laufen. Von Mühlenen lief ihrerseits Mal für Mal richtig, aber mit zu wenig Überzeugung, als dass sich die Aarauerinnen davon beeindrucken lassen hätten. Die Flügel brauchten die Aargauerinnen ebenfalls nicht mehr zu decken, weil der Ball leider nie den Weg bis dorthin fand, obwohl zum Teil mehr als 2 Meter Platz dafür gewesen wäre. Immerhin, der HCDU hielt die Defensive sehr stabil und liess nicht mehr ganz so viele Gegenstösse zu, sodass die zweite Halbzeit nur noch mit 7:10 verloren ging.
Ohne Zbinden (krank) im Rückraum fehlt momentan eine Kraft aus der zweiten Reihe, wobei sich Wehrli wacker schlug. Das Spiel war auf einem ziemlich hohen Niveau und der HCDU vermochte einerseits in den ersten 10 Minuten von beiden Halbzeiten zu dominieren, während jeweils rund 10 Minuten mitzuhalten, aber es reichen leider pro Halbzeit 10 schwache Minuten, um so einen Match deutlicher als verdient zu verlieren. Nicht ganz erfreulich ist, dass der Schiedsrichter nicht mit dem Niveau der Partie mithalten konnte. Nur ein Beispiel: Clematide wurde in der ersten Halbzeit im Wurf von den Beinen geholt - im Schwingen würde man von einem "Kniestich" sprechen - aber die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm. Es ist etwas unschön, wenn beide Teams guten Handball spielen, aber der Schiedsrichter die schlechteste Figur auf dem Feld ist. Zumindest für eine Meisterschaft FU18 Meister würde man sich Referees wünschen, die konsequent und auf beide Seiten dasselbe pfeifen. Aber: auch mit einem besseren Schiri hätte der HCDU mit hoher Wahrscheinlichkeit verloren.
HCDU - HSC Suhr Aarau Buchs 1 14:24 (7:14)
HCDU: Nocco (1.-60.); Stehrenberger, Polozani (5/2), Kevic (3), Wehrli (4), Brajkovic, Clematide, von Mühlenen (1), Cubrilo, Linsi, Fischhaber (1)
Strafen: HCDU 1x2min, Aarau 2x2min
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