Montag, 21. Februar 2011

H1: Das Rätseln geht weiter

Handball Dietikon-Urdorf schlägt Kreuzlingen 27:21 in der 1. Liga

VON RAPHAEL BIERMAYR
Der HC Dietikon-Urdorf der Ausgabe 2010/11 ist ein Buch mit sieben Siegeln. Gestern hopp, heute top – was morgen kommt kann keiner voraussagen. Konstant ist einzig die Inkonstanz. So stand Trainer Sascha Schoenholzer gestern Abend in der Dietiker Stadthalle und war mal wieder überrascht. Diesmal positiv. Wie vor zwei Wochen gegen Romanshorn (34:25) blickte er gegen Kreuzlingen auf 60 gelungene Minuten zurück, an deren Ende ein 27:21-Erfolg stand. Erneut musste sich Schoenholzer fragen, warum dieses Team immer wieder strauchelt und in der Offensive versagt, zuletzt vor Wochenfrist beim 17:21 in Frauenfeld.
Eine Antwort darauf hat er nicht. «Das Wichtigste ist, zu sehen, dass es die Mannschaft kann. Wenn alles stimmt, kann sie jeden schlagen», sagte er. Gestern stimmte alles. Dass es um das Selbstvertrauen noch immer gut bestellt ist, zeigte sich in der 52. Minute, als Christian Hilkinger einen «Flieger» vom Flügel abschloss, lanciert durch das herrliche Zuspiel von Philipp Wallisch. Es war das 23:18, die Vorentscheidung.
Starker Auftakt
Zu Beginn der Partie deutete sich gar ein Spaziergang für die Limmattaler an. Nach vier Minuten führten sie 4:0, nach rund 20 Minuten mit 11:4. Bei den Gästen sass mit Alexander Mierzwa allerdings der Star zu Beginn auf der Bank. Auf dem Feld, setzte der 14-fache deutsche Nationalspieler sogleich Impulse. Der HCDU liess sich davon kaum beeindrucken und hielt die Deckung aufrecht, womit vor allem die Ungarn Gabor Fülöp und Istvan Fekete Mühe bekundeten. Auch nach der Pause (13:10) standen die Gastgeber stark. Sprichwörtlich packend war das Du-ell am Kreis zwischen Dietikons Manuel Gretler und dem Kreuzlinger Stefan Runge. «Es ist toll, solch intensive Zweikämpfe zu haben, solange sie fair geführt werden», sagte Gretler nach dem Match, sich wohl an vergangene NLA-Zeiten erinnernd. Runge machte nur zwei Treffer. Und weil die HCDU-Torhüter Josip Katicic und Marc Kilchenmann (drei parierte Penaltys) gewohnt stark hielten und vorn die Chancenauswertung stimmte, gingen die Limmattaler einem sicheren Sieg entgegen.
Welches Gesicht des HCDU sein echtes ist? Das Rätseln geht weiter.

Freitag, 18. Februar 2011

H1: HCDU wirft Bälle und Punkte weg

Dietikon-Urdorf verliert gegen Frauenfeld mit 17:21

VON MAILA BERMEJO
Der Match ist abgepfiffen. Die Menge tobt. Die Spieler jubeln als wären sie gerade aufgestiegen. Die Frauenfelder Erstligisten hatten tatsächlich etwas zu feiern gestern Abend. Sie haben die rote Laterne abgeben können – und das ausgerechnet gegen den HCDU. Letzte Woche hatten die Limmattaler gegen Romanshorn noch grossartig aufgespielt, ganze 35 Tore sind gelungen. Gestern war wieder Tristesse angesagt: Der HCDU produzierte harmlose Schüsse und Passfehler en masse. Die 17 geschossenen Tore sprechen eine deutliche Sprache.
Das Spiel fing für die Gäste aus dem Limmattal schon unheilvoll an. Ganze fünf Minuten brachten sie kein Tor zustande. Da aber auch Frauenfeld nicht gerade brillanten Handball zeigte, stand es nach sieben Minuten «nur» 1:3 aus Sicht des HCDU. Das Unheil nahm seinen Lauf, als Andreas Jenni kurz darauf über seine eigenen Beine stolperte und mit Verdacht auf eine Bänderverletzung am Knie mit der Bahre vom Spielfeld getragen werden musste. Zwar schaffte Philipp Wallisch in der elften Minute den Ausgleichstreffer zum 5:5, doch die Freude währte nur kurz. Dank einer starken Torhüterleistung und Schützenhilfe des schwachen HCDU konnten die Frauenfelder bis zum Pausenpfiff auf 11:8 davonziehen.
Frauenfeld pushte sich in der zweiten Halbzeit immer weiter nach vorne und die Fans und die Spieler auf dem Feld zeigten sich zeitweise übermotiviert und aggressiv. Die schlechte Schiedsrichterleistung schürte die aufgeheizte Stimmung zusätzlich. Die Limmattaler konnten den kurzzeitigen Sechs-Tore-Rückstand zwar nochmals auf drei Tore verkürzen, doch für mehr reichte es nicht. Zu ungenau und zu harmlos agierte der HCDU im Angriff. Dietikon-Urdorf muss sich mit einer 17:21-Niederlage und dem neunten Rang abfinden.
«Die Chancenauswertung war miserabel», bilanzierte Trainer Sascha Schoenholzer nach der Partie. «Wir haben viele Bälle einfach weggeworfen. Anstatt uns mit einem Sieg ein bisschen mehr Luft zu verschaffen, steht uns das Wasser nun wieder bis zum Hals.»

Montag, 7. Februar 2011

H1: 34:25 – Dietikon-Urdorf fegt Romanshorn aus der Halle

Die Limmattaler verblüffen in der 1.-Liga-Meisterschaft

VON RAPHAEL BIERMAYR
Irgendwann gaben sich auch die leidgeprüftesten Zuschauer geschlagen und begannen zu klatschen. Zehn Minuten vor Schluss stand es 30:19 – nicht einmal der HC Dietikon-Urdorf konnte es schaffen, die Partie angesichts dieses Vorsprungs noch in den Sand zu setzen. Die Limmattaler zeigten gegen Romanshorn eine entfesselte Leistung, die im Unterschied zu so vielen Begegnungen zuvor über nahezu die gesamte Spielzeit anhielt. Am Ende stand ein 34:25, das so keiner erwartet hätte.
Trainer Sascha Schoenholzer analysierte gewohnt nüchtern («Heute passte alles für uns»), ein Lächeln huschte ihm aber dennoch über die Lippen, als er frisch von der Leber weg kundtat, was er dachte: «Die drei Fehlschüsse am Schluss waren schade. Eigentlich hätten wir höher, mindestens mit elf Toren Differenz, gewinnen sollen.» Nach dieser Aussage hielt er kurz inne, um anzufügen: «Aber das ist Jammern auf ganz hohem Niveau.»

Jeder trug seinen Teil bei
Nicht nur das Jammern fand auf hohem Niveau statt. Zum ersten Mal in der laufenden Spielzeit überfuhr der HCDU einen Gegner. Was gegen die Tabellennachbarn nicht gelang, wirkte gegen die ambitionierten Ost-schweizer wie ein Leichtes. In der
ersten Halbzeit lief alles nach dem Wunsch der Gastgeber. Romanshorn schloss während der ersten Minuten kläglich ab, was einen doppelten Effekt zur Folge hatte: Einerseits zogen die Limmattaler davon, andererseits
tankte Torwart Josip Katicic derart viel Selbstvertrauen, dass er in der Folge für die Gäste schier unüberwindbar war. Und in der Offensive peitschte Andreas Jenni die Bälle aus allen Lagen in die Maschen und nahm so Topskorer Daniel Imhof einen Teil der Verantwortung im Abschluss ab. Dazu war augenscheinlich, wozu der lange verletzte Philipp Wallisch fähig ist. Der Österreicher hat ein Auge für den freien Mann oder die Lücke im Abschluss wie kein Zweiter beim HCDU. So weit zu den herausragenden Akteuren – für das überzeugende Gelingen waren aber alle zuständig. «Jeder hat heute seinen Teil beigetragen», hielt auch Trainer Schoenholzer zufrieden fest.
Zur Pause war die Partie mit dem 20:14 entschieden, die ersten Zweifler verstummten nach fünf Paraden von Katicic in den ersten sechs Zeigerumdrehungen nach Wiederbeginn und dem zwischenzeitlichen 23:14, die allerletzten wie erwähnt zehn Minuten vor Schluss.

MU17: Pflichtsieg

Der klare 34:25 Sieg gegen den TV Unterstrass war schlussendlich eine Pflichtaufgabe. In der 1. Halbzeit funktionierte zwar die Verteidigung ganz gut, im Angriff lief es hingegen gar nicht. Vielleicht liess man sich auch von einigen komischen Entscheiden des Unparteiischen ablenken, dies sollte aber nicht als Entschuldigung für viele schlechte eigene Aktionen missbraucht werden. So konnte man nur mit einem 13:8 Vorsprung in die Pause. Die ersten 10 Minuten in der 2. Halbzeit waren dann recht ansprechend, danach begann man aber zu vergessen dass man auch verteidigen sollte. Mit noch einigen unkonzentrierten Aktionen im Angriff und einer desolaten Schlussviertelstunde in der Verteidigung vergab man einen klareren Sieg.
17 Gegentore in 30 Minuten gegen diesen Gegner ist bedenklich.

Es spielten Renato Romer (1-30), Damian Biffiger (31-60),Daniel Burla 10/2, Rico Gretler 11, Mithulan Sithamparanathan, Gilles Diserens 2, Brian Schlatter, Basil Maag, Jeffrey Miao 2, Oliver von Atzigen 3, Egzon Ameti 3

Sonntag, 6. Februar 2011

FU17: Zehnter Saisonsieg

Die Limmatwaves waren ganz schön erstaunt, als man heute zu Techno-Klängen, die mehrheitlich aus "Bumm-Bumm-Bumm" bestanden, 60 Minuten Handball spielen musste. Das Problem war, dass der untere Teil der Halle bis Mittag vermietet war, weswegen es nicht einmal möglich war, eine nicht müffelnde und nicht von Partygängern belegte Garderobe zu belegen. Der HCDU zog sich im ersten Stock um, der Gast aus Regensdorf in der Damentoilette.

Das Team war sich bewusst, dass der härteste Konkurrent im Kampf um den ersten Platz in der Promotion vor zwei Wochen einen empfindlichen Rückschlag einstecken musste. Witikon verlor gegen Wädenswil deutlich mit 12:24. Damit stehen die Limmatwaves als Promo-Meister fest, wenn sie in einem der beiden Spiele gegen den TV Witikon gewinnen. Die Devise war klar: eine Kampfansage an den TV Witikon via Resultat gegen den heutigen Gegner aus Regensdorf. Der Tabellenletzte trat mit nur sechs Feldspielerinnen an und hatte sich ab der ersten Minute keine allzu grossen Chancen auf eine Überraschung ausrechnen können. Die Dietikerinnen waren zu gut organisiert in der Abwehr. Dass es nach 15 Minuten dennoch erst 2:0 stand, war vor allem auf die Fehleranzahl in den ersten zehn Minuten und die lausige Chancenauswertung zurückzuführen. Man traf rund ein halbes Dutzend mal die Torumrandung allein in den ersten 30 Minuten. Gleichzeitig waren die Pässe für die Gegenstösse immer noch zu optimistisch. Daran konnte man aber heute gut arbeiten. Vermisst wurde auch etwas von der Stimmung auf dem Feld, ehe nach rund 15 Minuten ein Schub durch das Team ging. Plötzlich liefs deutlich besser, man setzte seine Mitspielerinnen gekonnt in Szene und erhielt für das eine oder andere Tor Applaus. Die Limmatwaves dominierten den HC Pfadi Regensdorf nach Strich und Faden. Dennoch kämpften die Gäste aufopferungsvoll, zu mehr als einem Ehrentreffer in der ersten Halbzeit sollte es aber nicht mehr reichen. Das Heimteam ging mit einem 10:1 Vorsprung in die Pause.

Nach dem Pausentee und noch etwas mehr "Bumm-Bumm-Bumm" gings weiter mit einer guten Defensive, aber leider auch mit dem fahrlässigen Umgang mit den Chancen im Angriff. Mehr als ein Gegenstoss wurde versiebt durch technische Fehler, Fehlwürfe oder Pech, zwei Siebenmeter fanden den Weg ins Tor nicht. Die Limmatwaves hatten also gut und gerne Chancen für 40 Tore. Trotz der drückenden Überlegenheit stand es in der 55. Minute aber "nur" 20:5, ehe der Gegner - seinerseits nun stehend K.O. - nachliess und dem HCDU einige einfache Tore erlaubte. Bis zum Schlusspfiff schossen die Limmatwaves weitere fünf Tore, was zum Endresultat von 25:5 führte.

Abgesehen von den vielen Fehlern war die Leistung des FU17 vom HCDU heute gut. Das Spielverständnis ist gewachsen, man sucht die freie Spielerin im Gegenstoss, man versucht, mit dem Kreis zu arbeiten und man versucht in der Verteidigung mit dem Gegner zu spielen. Diese Eigenschaften sind extrem wichtig für einen Erfolg gegen den TV Witikon. Und daran wird noch gearbeitet in den kommenden Tagen, ehe die Skiferien mit einem Teamevent eingeläutet werden. Danach hat der HCDU am 5. März das erste Matchball-Spiel gegen den TV Witikon, bevor derselbe Gegner am 26. März zu einem eventuellen zweiten Matchballspiel nach Urdorf kommt. Mit Können und mit Glück ist das zweite Spiel bereits die Kür für den HCDU.


Limmatwaves - HC Pfadi Regensdorf 25:5 (10:1)
Limmatwaves: Arlinda (1.-60.), Rebi (7), Rumer (5/1), Gina (3), Sabi (1), Blini (1), Livia (3/1), Selina, Michelle (2), Casi (1), Manu (2)