Nach der 21:12 Ohrfeige aus dem ersten Spiel gegen die routinierten Spielerinnen von züri west hatte man schon das Gefühl, dass der HCDU unter Wert geschlagen wurde. Deswegen hatte man eine Woche lang im Training Varianten gegen eine offensive Vertedigung einstudiert. Die Anwendung heute im Match sollte den Sieg oder zumindest einen knappen Match garantieren. Ein Sieg für den HCDU wäre fast zwingend notwendig gewesen, um den Kontakt zur Spitze nicht zu verlieren.
Die erste Halbzeit begann allerdings gar nicht gut. Obwohl mehrmals darauf hingewiesen wurde, dass heute nur durch "dem Ball entgegen laufen" unnötige Ballverluste vermieden werden könnten, wurden Pässe über das halbe Spielfeld gespielt. Gefundenes Fressen für züri west und entsprechend geriet das Team relativ schnell in Rückstand. Immerhin hielt sich Mirjam im Tor an die Direktive, auf Würfe in die weite Ecke zu spekulieren. Nur deswegen schaffte es der HCDU, den Rückstand zur Pause mit 5:8 noch einigermassen im Rahmen zu halten. In der ganzen ersten Halbzeit wurde aber schmerzlich irgendeine der in der letzten Woche trainierten Varianten vermisst. Die einzige Variation betraf die Art der Fehler, die gemacht wurden. Da wurde in den ersten 30 Minuten die gesamte Palette gezeigt, vom "im Gegenstoss unabsichtlich von den Beinen holen" über Schritt- und Passfehler hin zu Stürmerfoul und Fangfehlern, und zwar in einer inakzeptablen Menge.
Ein Donnerwetter später wurde wenigstens wieder besser verteidigt. Die Espoirs standen gut, liessen keine zwingenden Chancen zu, vermochten aber jeweils nicht aus den Ballverlusten der Gegnerinnen zu profitieren. Ein Beispiel: eine Spielerin von züri west verliert den Ball vor einer HCDU-Spielerin, letztere schafft es aber nicht, den herrenlosen Ball festzuhalten, sondern spielt ihn direkt zu einer Gegnerin, die wiederum frei zum Torwurf kommt. "Zviel Heu dunne", es gab ein Timeout. Die Mädchen sollten doch endlich das spielen, was in der vergangenen Woche trainiert wurde. Und die Disziplin auf dem Feld wurde ebenso vermisst. Also auf ein Neues beim Stand von 6:9. Nach 48 Minuten stands aber trotzdem 6:12. Nichts vom Besprochenen wurde je umgesetzt, es war weiterhin Standhandball gespickt mit Einzelaktionen. Ironischerweise begann jetzt die Phase des HCDU - aus dem Nichts heraus. Mirjam im Tor hielt ihren Kasten rein bis in Minute 58, die Espoirs schlossen durch sehenswerte Kombinationen auf. Besonders eindrücklich waren die beiden Kreistore von Maja - einmal über den Kopf "gedrückt", einmal ein perfekter Lob. 11:12 nach 57 Minuten, der HCDU war wieder im Spiel und hatte Chancen auszugleichen. Das Timeout von züri west führte aber dazu, dass der HCDU wieder in eine Lethargie verfiel, die in Minute 48 so schnell verschwand wie sie jetzt zurückkehrte. Schliesslich markierten beide Teams noch je ein Tor zum Endstand von 12:13.
Der Vergleich von Hin- und Rückspiel (12:21 vs 12:13) lässt einige Fortschritte erahnen, auf dem Feld sahs jedoch sehr trist aus. Ein Sieg heute wäre zwar wichtig, aber unverdient gewesen. Dass der Sieg möglich gewesen wäre, zeigt die Penalty-Auswertung: von vier Penalties fand einer den Weg hinter die Torlinie. Besonders frustrierend aus Sicht des Trainers ist aber die "Wand", an die Wyttenbach in Ernstkämpfen immer zu reden scheint. Wenns derselbe Schwamm wäre wie im Training, hätte man züri west heute wohl geschlagen - und erst noch verdient.
züri west - HCDU Espoirs 13:12 (8:5)
HCDU: Mirjam (1.-60.), Marcella, Andrea (3/1), Maja (3), Astrid (4), Lorena (2), Yasmine, Isabelle, Jefi, Martina
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