Samstag, 20. November 2010

H1: Schlafwandlerisch in die Niederlage

Handball Dietikon-Urdorf unterliegt Tabellenführer Horgen 26:29 in der 1. Liga
VON RAPHAEL BIERMAYR

Anpfiff zur zweiten Halbzeit. Ron Baumgartner bringt Dietikon-Urdorf auf 14:17 heran. Die Hoffnung auf eine Überraschung gegen den Tabellenführer Horgen, sie ist intakt. Trotz der harten roten Karte gegen Andreas Jenni in der 21. Minute. Trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von Luzi Tiefenauer nach 28 Minuten.

Wenig später war das Spiel verloren. Die Gäste erzielten fünf Treffer en suite, vier davon vorbereitet mit einem Pass vom eigenen Kreis an den gegnerischen. «Gottverdammt – so etwas darf einfach nicht passieren», knurrte Torwart Marc Kilchenmann. Die HCDU-Feldspieler wirkten in dieser Phase wie Schlafwandler, die partout nicht aufwachen wollen. Horgen wechselte in der Folge durch, nahm Kreisläufer Gianni Schüpbach ebenso aus der Begegnung wie den starken Vorbereiter Stefan Stamenkovic und den Powerflügel Fabian Schwitter, der für die Limmattaler bereits zu vergangenen NLB-Zeiten ein kaum zu bändigender Gegner war. Ex-NLA-Akteur Simon Hofer (bei seinem Debüt im Horgner Dress) und der Slowake Milan Kozak reichten vorderhand, um die nun langsam erwachenden Gastgeber in Schach zu halten.

Der erneute Torwartwechsel – Josip Katicic kehrte in die Begegnung zurück – brachte dem HCDU in der Schlussphase die nötigen Impulse, um am Ende eine Ehrenmeldung vermelden zu können. Das 26:29 gegen den Tabellenersten und Aufstiegskandidaten sieht einigermassen versöhnlich aus.

«Tiger» Stefan Konkol
Trainer Stefan Konkol liess sich davon jedoch nicht einlullen. Er zog seine Mannschaft nach der Schlusssirene vor dem eigenen Tor zusammen und geigte ihr die Meinung. Anschliessend verliess Konkol die Halle, um wenig später mit hochrotem Kopf wieder zurückzukehren und herumzutigern. Es war der Moment gekommen, an dem Schluss ist mit seiner Urgemütlichkeit.
Bis zum Jahresende warten vier Partien, in denen der HCDU sich nicht hinter Ehrenmeldungen verstecken kann. Mit Uster, Wetzikon, den Yellow Seen Tigers und Fides St. Gallen warten vier Konkurrenten, die vor der Saison nicht stärker als die Limmattaler eingestuft wurden. Gelängen drei Siege, wäre wohl auch Stefan Konkol wieder beruhigt.

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