Der 25-Jährige kann dem HC Dietikon-Urdorf im Kampf gegen den Abstieg nicht mehr helfen.
Gebrochene Handgelenke –das war früher. Aktuell setzt ein kaputtes Schlüsselbein den Rückraumspieler Andi Jenni ausser Gefecht.
«Vielleicht suche ich mir eine andere Sportart. Schwimmen zum Beispiel.» Andreas Jenni hat den Humor nicht verloren. Auch wenn der Vollblut-Handballer nach einem Zwischenfall vor zwei Wochen zum Zuschauen verdammt ist. Eine rüde Attacke eines Gegenspielers führte in der 20. Minute im 1.-Liga-Heimspiel gegen Frauenfeld zu einem Bruch des linken Schlüsselbeins.
ES GING ALLES ganz schnell. «Wir stürzten im Zweikampf. Und mein Gegner fiel auf mich drauf. So einfach war das.» Im Schwingen, so Jenni schmunzelnd, hätte dieser Plattwurf eine glatte 10 gegeben. Dass etwas Schlimmes passiert sein musste, wusste Jenni gleich. Noch während die Partie lief, wurde er ins Spital gefahren. Dort dann die niederschmetternde
Diagnose – Schlüsselbeinbruch. «Da habe ich für ein paar Augenblicke ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, den Bettel hinzuschmeissen und mit Handball aufzuhören.»
JENNI HATTE GLÜCK im Pech: Der Bruch verlief gerade und musste nicht operiert werden. So läuft der Familienvater nun mit einem Verband um beide Schultern herum. Ganz zum Spass von Söhnchen Oliver. Der 15 Monate alte Wirbelwind freut sich natürlich darüber, dass sein Papi nun mehr Zeit für ihn und Mami Marina hat. Denn mit Sport ist für die nächsten fünf, sechs Wochen Schluss. Die restlichen Spiele seines HC Dietikon-Urdorf muss er sich von der Tribüne
aus ansehen. Und es ist tatsächlich ein Müssen. «Ich würde der Mannschaft gerne helfen. Nur zuschauen – das ist ja furchtbar!»
ANDREAS JENNI ist ein Pechvogel par excellence. Der 25-jährige gelernte Sanitärmonteur
steht in seiner fünften Saison im Kader der 1. Mannschaft. «Aber ohne Verletzungen habe ich
noch nie eine Meisterschaft zu Ende spielen können», meint er und wirft Oliver schmunzelnd einen Ball zu. Schlimm erwischte es ihn in der Saison 2005/06. Damals, als der HC Dietikon-
Urdorf erstmals in seiner Geschichte mit dem Fanionteam in der 1. Liga spielte, zog sich Jenni einen Handgelenkbruch zu. Und es sollte nicht der letzte Bruch sein. «In der Folge brach ich mir die Hand noch zweimal. Oder waren es dreimal?»
WENN ES NACH den Ärzten gegangen wäre, hätte Jenni nie Handballer werden dürfen. «Als ich zwölf war, entdeckten sie abgestorbene Knorpel unter den Kniescheiben. Sie sagten mir,
ich solle sofort mit Handball aufhören und mir einen anderen Sport suchen. Velofahren zum Beispiel. Oder Schwimmen.» Oder vielleicht Schach? Die mahnenden Worte verhallten ungehört.
Jenni blieb seinem Stammklub HC Limmat treu, dann wechselte er altershalber zur Spielgemeinschaft HCDU/Limmat. Und dann in die 1. Mannschaft des HCDU.
GEDANKEN über Spätfolgen wegen seiner Knie macht er sich noch keine. «Ich liebe den Handball zu sehr.» Die negativen Gedanken nach dem Unfall sind verflogen, Jenni wird auch weiterhin für den HCDU im Rückraum spielen. «Und das wird in der 1. Liga
sein. Die Jungs schaffen den Ligaerhalt », sagt er fast ein wenig trotzig.
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