Ende der letzten Saison und dem verlorenen Cupfinal steckte das Team rund um Stehrenberger, Polozani, Fischhaber und Co. hohe Ziele für die neue Saison. Man wollte um den Meistertitel und den Cupsieg mitreden. Nach der Saison sind beide Ziele deutlich verpasst worden und der Schlussrang dürfte wieder derselbe sein wie letztes Jahr hinter Adliswil, Uster und Stäfa: der vierte Platz. Auf den ersten Blick sollte das Team also nicht wirklich zufrieden sein, im Gegenteil. Wie immer weiss aber mehr, wer einen zweiten Blick wagt.
Vor Saisonbeginn folgte eine Hiobsbotschaft auf die andere. Beim Sponsorenlauf starteten gerade mal sechs Spielerinnen vom ehemals 15 Akteurinnen starken Kader. Es gab keine Absagen wegen Krankheiten oder Ferien, sondern Absagen wegen Vereins-Austritten aus diversen Gründen: Auslandstudium oder -aufenthalt (Nati, Yasi), Freizeit- und Arbeitspriorisierungen (Jessy, Roxy, Julia), lust- und frustbedingte Rücktritte (Ayten, Spreza) oder altersbedingte Abgänge (Misch, Mü). Nicht unbedingt eine gemütliche Ausgangslage für den Rest des Teams, bis eine Spielgemeinschaft mit Berikon zumindest drei neue Gesichter in die Halle spülte. Nach nur gerade zwei Monaten mussten zwei der drei Gesichter wegbedingt aber einen Rückzieher machen, nur die sportvergiftete Lorena blieb dem Verein erhalten. Unabhängig davon ob Sommer- oder Winterzeit: Die Uhr stand auf fünf vor zwölf, es war nur eine Frage der Zeit, bis das Team auseinanderfallen würde. Und alle wussten es. Energisch zogen die verbliebenen Spielerinnen und der Trainer an einem Strick und den Karren aus dem Dreck: Astrid, Martina, Jefi und Marcella stiessen nacheinander zum Team, alle ohne Handballerfahrung, aber alle mit dem Willen, das Spiel zu lernen. Und man hatte sogar noch einige Interessentinnen mehr im Training. Patricia, Laura, Gloria, etc. Schliesslich stiess während der Saison auch Julia wieder zum Team. Die Meisterschaft wurde mit 15 Spielerinnen begonnen und mit 12 beendet. Dazwischen liegen aber nachweislich mehr als bloss drei Abgänge.
Das zweite Problem betraf nach dem Ende der Saison 07/08 die Meisterschaft an sich. In Zürich würde es keine FU19 Meisterschaft geben, die älteste Liga für Juniorinnen sollte in Zürich das FU17 sein, wurde der Trainer via Vereinsvorstand informiert. Eine logische Konsequenz, weil sich nur gerade vier FU19-Teams angemeldet hatten. Glücklicherweise ergab sich durch die Spielgemeinschaft mit Berikon und dem verhältnismässig jungen Kader die Möglichkeit, mit der kompletten Mannschaft im Aargau mitzuspielen. Man stelle sich die Schlagzeile Ende Saison vor: HCDU wird Aargauer Meister. Das hätte kaum jemand nachgemacht.
Der Probleme nicht genug stand ja noch niemand fix zwischen den Pfosten. Andrea musste verletzungsbedingt das Tor verlassen, durfte aber auf dem Feld weiter mittun. Marcella liess sich im Lager mitten in der Saison schliesslich dazu bewegen, ins Tor zu stehen. Und siehe da, es gefalle ihr besser als auf dem Feld. Obs stimmt weiss nur sie, aber an den Fortschritten gemessen muss etwas an der Aussage dran sein. Problematisch dabei war nur, dass Marcella jeden Samstag bis spät abends arbeiten muss und somit in der Qualifikationsrunde kaum zur Verfügung stand.
Somit muss die Saison anders zusammengefasst werden: von den Spielerinnen, die diesen vierten Rang erreicht haben, stehen gerade mal vier länger als zweieinhalb Jahre auf dem Feld, wobei eine davon früher Goalie war. Das Erreichen der Meisterrunde und der vierte Rang sind umso höher einzustufen, wenn man mit obigen Relativierungen die Resultate der Meisterrunde noch einmal Revue passieren lässt: vier klare Niederlagen aus eigenem Unvermögen oder weil der Gegner einfach besser war, zweimal Frick besiegt, das mehrere 1.Liga-Spielerinnen in seinen Reihen zählt, und noch je einmal Zurzibiet (Qualifikationssieger) und Olten (mit mehreren Inter-Juniorinnen) gekitzelt und am Sieg geschnuppert. Genauer betrachtet also gar nicht so übel.
Eigentlich war das oberste Ziel, das Team zusammenzuhalten und in der neuen Saison in Zürich im FU19 wieder an den Start zu gehen. Es wäre ja langweilig, wenn das so einfach geklappt hätte. Auch der ZHV stellt auf die neue Saison auf ein FU18 um, womit der HCDU diverse Spielerinnen altersbedingt abgeben müsste. Um Ziel Nummer eins konsequent weiterverfolgen zu können, musste also eine neue Strategie her. Und die Strategie lautet: Teilnahme am FU19-Inter Qualiturnier, im klaren Bewusstsein, dass die Qualifikationschancen eher klein sind. Aber es wäre die falsche Strategie, es nicht zumindest zu versuchen.
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