Montag, 18. Oktober 2010

H1: Ein lachendes und ein weinendes Auge

Handball Dietikon-Urdorf ist in der 1. Liga dem ersten Saisonsieg nahe – 23:25 gegen die Foxes
VON RAPHAEL BIERMAYR

Ist es anmassend, wenn sich der klare Aussenseiter, dem die zwei treffsichersten Offensivkräfte fehlen, am Ende über eine knappe Niederlage nervt? Es zeugt zumindest von einem guten Selbstvertrauen. Der HC Dietikon-Urdorf verlor gestern gegen die Albis Foxes zwar auch sein fünftes Saisonspiel, bewies in der zweiten Halbzeit aber, dass einiges in dieser Mannschaft steckt. Mit mehr Cleverness in der Schlussphase hätten sie die Partie gewonnen.

Steigerungslauf des HCDU

Zugetraut hatte man den Limmattalern wenig, insbesondere, weil Daniel Imhof (Ferien) und Philipp Wallisch (verletzt) nicht im Kader standen. Gegen Ende der ersten Halbzeit sah es ganz danach aus, als ob die zu erwartende klare Niederlage eintreffen würde. Nach einem guten Beginn bauten die Limmattaler ab. Mutlos und in Anbetracht der ständigen Rotation infolge der Absenzen ohne taktische Harmonie lagen sie 9:15 im Hintertreffen, vor allem Ron Baumgartner war ein Fremdkörper. Die Gäste um den starken Adrian Blaser hatten das Geschehen im Griff. Doch sie hatten die Rechnung ohne Luzi Tiefenauer gemacht. Der sprunggewaltige Schütze führte den HCDU bis zur Sirene auf 12:15 heran.
Es folgte nach einer erneuten kurzen Baisse die eindrückliche Auferstehung der Limmattaler. Baumgartner schloss einen der nun häufiger lancierten Gegenstösse zum 17:18 ab (39.). Von nun lag Dietikon-Urdorf nie mehr als zwei Tore im Rückstand. Die Rückkehr hing stark mit dem In-Erscheinung-Treten von Ricardo Rüegg zusammen. Er riss den Aufbau an sich. Was aber weder ihm noch einem Teamkollegen gelang: der Ausgleichstreffer. In den letzten zehn Minuten spielten die Gastgeber zumeist in Überzahl, doch Ballverluste und Fehlversuche verhinderten den möglichen Erfolg. Es schien ganz so, als ob die Limmattaler von der viel zitierten Angst vor dem Sieg befallen gewesen wären. Die Foxes erzielten in Unterzahl das 22:24 (57.) und entschieden die Partie zehn Sekunden vor Schluss mit dem 23:25 in das verlassene Tor.

«Am Ende haben uns in der entscheidenden Phase die Lockerheit und vor allem die Cleverness gefehlt», konstatierte Trainer Sascha Schoenholzer, der wie auch seine Spieler mit sich selbst haderte. «Was nützen Herz und Einsatz? Wir hätten dieses Spiel gewinnen müssen», sagte Flügelspieler Manuel Gretler. Am Ende trug das Gesicht des HCDU ein lachendes und ein weinendes Auge.

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